Studie: Deutsche arbeiten immer mehr

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+
Ein Arbeiter beim Schaffen

Berlin - Sind wir nur fleißig oder das Land der Workaholics? Wir Deutschen arbeiten laut EU-Studie erheblich länger als unsere Kollegen in Europa.

Die Deutschen arbeiten länger als ihre Kollegen in den meisten anderen EU-Ländern - im Schnitt 41,2 Stunden pro Woche. Französische Arbeitnehmer verbringen lediglich 38,4 Stunden bei der Arbeit. Spitzenreiter ist Rumänien mit 41,8 Wochenarbeitsstunden.

Demnach gehört Deutschland zusammen mit Rumänien, Tschechien und Österreich zur europäischen Spitzengruppe. Schlusslicht ist Frankreich, wo den Angaben zufolge jede Woche durchschnittlich nur 38,4 Wochenstunden geleistet werden. Spitzenreiter ist Rumänien mit 41,8 tatsächlichen Wochenarbeitsstunden.

Das geht aus einer neuen EU-Studie hervor, von der "Die Welt" berichtet.

Der Europäische Gewerkschaftsbund kritisierte die Entwicklung in Deutschland, wo den Angaben zufolge 2003 die tatsächliche Arbeitszeit noch bei 39,6 Stunden lag.

"Die Arbeitnehmer arbeiten in Zeiten einer normalen wirtschaftlichen Entwicklung immer länger. Es ist bedenklich, dass die tatsächliche Arbeitszeit in Deutschland 3,6 Stunden höher ist als in den Tarifverträgen vereinbart", sagte der stellvertretende Generalsekretär des Europäischen Gewerkschaftsbundes, Reiner Hoffmann, der Zeitung laut Vorabmeldung.

"Das schadet dem Familienleben und beeinträchtigt langfristig möglicherweise auch die Gesundheit. Wer in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit neue Beschäftigung schaffen will, muss die Arbeit auf mehr Schultern verteilen anstatt immer weniger Menschen immer länger arbeiten zu lassen", verlangte Hoffmann.

Liegt‘s an der Wirtschaftskrise? Die führt aber zumindest schon mal zu einer steigenden Zahl von Kündigungsschutzklagen. Wie die "Thüringer Allgemeine" berichtet, lag die Zahl der Verfahren gegen betriebsbedingte Kündigungen, die über den DGB-Rechtsschutz abgewickelt wurden, im ersten Halbjahr 2009 fast 72 Prozent über dem Vorjahresniveau.

"Das ist eine klare Auswirkung der Wirtschaftskrise", sagte Carsten Schuld vom Vorstand des DGB-Rechtsschutzes der Zeitung laut Vorabmeldung.

Dabei halte die Kurzarbeiterregelung die eigentliche Kündigungswelle wohl noch zurück. Schuld sagte, dass die Zahl der Verfahren im zweiten Quartal 2009 gegenüber dem ersten Vierteljahr noch einmal zugenommen habe. Üblicherweise gebe es im ersten Quartal die meisten Klagefälle.

dpa/ap

Zurück zur Übersicht: Wirtschaft

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser