Praxisleitfaden

Süßgebäck vom Bäcker künftig ohne gesundheitsgefährdende Transfette

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Auch Kokosmakronen sollen nach dem Leitfaden ohne Transfette entstehen.

Deutschlands Bäcker und Schausteller können mit Blick auf die Gesundheit ihrer Kunden Krapfen, Donuts und Quarkbällchen künftig ohne unerwünschte Transfette anbieten.

München - In den kommenden Wochen erhalten sie einen Praxisleitfaden, der ihnen zeigt, wie sie Siedegebäck mit gesünderen Fetten ausbacken können. Der Leitfaden ist das Ergebnis eines Forschungsprojekts, das mit Mitteln des Bundeswirtschaftsministeriums gefördert wurde, wie der am Projekt beteiligte Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie der Nachrichtenagentur AFP mitteilte. 

Transfette (TFA) sind ungesättigte Fettsäuren, die sich etwa bei der Teilhärtung von Pflanzenölen bilden können. Sie zählen laut Bundesinstitut für Risikobewertung zu den unerwünschten Bestandteilen von Lebensmitteln, weil sie das Cholesterin im Blut erhöhen und damit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, möglichst wenig Transfette zu sich zu nehmen. 

Jedoch: Für viele Lebensmittelhersteller sind Fette mit hohem TFA-Gehalt wegen ihrer Hitzestabilität und zugleich guten sensorischen Eigenschaften schwer zu ersetzen. Ein Forscherteam der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg und des ttz Bremerhaven suchte daher nach Alternativen und tüftelte in jahrelanger Arbeit vier Siedefettmischungen aus, die Anteile von weniger als einem Prozent TFA haben. 

Mit dem Leitfaden in der Hand könne nun jede Bäckerei das Siedefett ohne nennenswerten Aufwand umstellen, erklärte der Verband der ölsaatenverarbeitenden Industrie (Ovid). Die Kunden könnten sicher sein, ihren Berliner oder ihre Muzenmandeln ohne Transfette genießen zu können. Die Bäcker und Schausteller kommen damit auch schärferen Auflagen zuvor. In den USA sind Transfette bereits verboten, bis 2018 müssen sie aus Lebensmitteln verschwinden. Die Europäische Kommission arbeitet an Obergrenzen; in einigen Mitgliedsländern wie Dänemark und Österreich gibt es sie schon.

AFP

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