Erste Wintervorboten beeinflussen Arbeitsmarkt

Traunstein - Die ersten Wintervorboten machen sich am Arbeitsmarkt bemerkbar, so steigen besonders in saisonabhängigen Landkreisen wie Traunstein und BGL die Arbeitlosenquoten.

Arbeitsmarktbericht November der Agentur für Arbeit Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein betrug im November 3,4 Prozent, eine dem Saisonende entsprechende Steigerung um 0,2 Prozentpunkte gegenüber Vormonat Oktober. Die Landkreisquoten im Einzelnen: Traunstein 3,1 Prozent, Altötting 3,3 Prozent, Berchtesgadener Land 4,0 Prozent und Mühldorf 3,5 Prozent. 8 731 Menschen sind aktuell von Arbeitslosigkeit betroffen, das sind 473 mehr als im vergangenen Monat und 412 mehr als im November 2012, als die Quote bei 3,3 Prozent lag. „In diesem November sehen wir recht deutlich, dass die beiden südlichen Landkreise weit stärker von der Saison abhängig sind, als die beiden nördlichen“, analysiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „einige Hotels und Gasstätten haben im November ihre Betriebsruhe vor der Wintersaison und durch die Schneelage ist es bei den Außenberufen in Bau und Garten auch früher zur Einstellung der Arbeiten gekommen.“ Unter den 8 731 Menschen sind 820 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 37 mehr als im Oktober und 39 mehr als im Vorjahresmonat.

Die isolierte Arbeitslosenquote der Jüngeren unter 25 Jahren beträgt 2,5 Prozent. Im Vormonat waren es noch 2,4 Prozent. Die Quote der 15- bis unter 20-Jährigen ist mit 1,0 Prozent im Vormonatsvergleich um 0,2 Prozentpunkte gesunken. „Das ist wie erwartet den späten Studienanfängern zu verdanken; bei Ausbildung und Studium bewegt sich der Markt noch bis Jahresende“, so Müller. „Von allen arbeitslosen Menschen gehören 9,3 Prozent zu der Gruppe der Schwerbehinderten, das sind im November 816 Personen, fünf weniger als im Oktober und 24 mehr als im Vorjahresmonat“, so Müller. „Den Begriff Inklusion mit echter Teilhabe am Arbeitsleben zu erfüllen, ist für uns alle wegweisend.“ Vom 2. bis 6. Dezember startet die BA die dritte bundesweite Aktionswoche für Menschen mit Behinderung.

Bei den Langzeitarbeitslosen, die schon länger als ein Jahr auf der Suche sind, unterscheidet sich die Anzahl um minus 16 im Vormonatsvergleich, aktuell sind noch 2 253 Menschen in dieser Situation, das sind 274 mehr als im November 2012. „Es ist uns mit allen Arbeitsmarktpartnern ein ernstes Anliegen, der Verfestigung von Langzeitarbeitslosigkeit entgegenzuwirken“, appelliert Müller. „Angesichts des Fachkräftemangels wird es unsere Aufgabe sein, für und mit diesen Menschen den Wiedereinstieg zu schaffen. Hier braucht es mutige Personalpolitik die sich auch die Zeit nimmt, einen zweiten und womöglich einen dritten Blick zu wagen“, schließt Müller. 2 348 Menschen konnten sich im November aus Arbeitslosigkeit abmelden. Das sind 509 weniger als im Oktober und 59 mehr als im November des Vorjahres. Darunter waren 716 Abmeldungen in Erwerbstätigkeit, 423 davon nahmen eine Ausbildung oder Qualifizierung auf, 1 027 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 182 gaben sonstige Gründe an oder machten keine Angabe.

Aktuell sind 2 288 Stellen im Bestand, ein leichter Rückgang gegenüber Oktober um 90 und gegenüber Vorjahresmonat ein deutlicher Anstieg um 210 Angebote das entspricht 10,1 Prozent. Im November sind 708 Stellen neu gemeldet worden, ein Minus von 21,0 Prozent oder 188 Angeboten gegenüber Oktober und von 9,6 Prozent bzw. 75 Stellen im Vorjahresvergleich. Zur Fachkräftegewinnung für die Region im Bereich Hotel- und Gaststätten für die Wintersaison hat der gemeinsame Arbeitgeber-Service bei den HoGa-Börsen etliche Bewerber gewonnen. Der jährliche Qualifizierungskurs Hotel- und Gaststätten hat mit 17 Teilnehmerinnen und Teilnehmern begonnen, die ersten Arbeitsplatzzusagen sind schon vorhanden.

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein beträgt im November 3,1 Prozent. Im November 2012 lag sie bei 2,9 Prozent. 2 759 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 201 Menschen mehr als vor einem Jahr und entspricht einer Steigerung um 7,9 Prozent. Im Vormonatsvergleich sind es 272 oder 10,9 Prozent mehr, als die Quote noch bei 2,8 Prozent lag. 37,9 Prozent oder 1 045 Menschen sind älter als 50 Jahre, verglichen mit Oktober sind dies 77 Menschen mehr oder 8,0 Prozent. 629 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, eine Zahl, die im Vorjahresvergleich um 48 gestiegen ist, im Vergleich zu Oktober um 10 niedriger ist. 241 Menschen sind jünger als 25 Jahre, ein Anstieg um 14 zum Vormonat und ein geringfügiger Rückgang um 3 im Vorjahresvergleich. Die Zahl der 15 bis unter 20-jährigen ist mit 37 jungen Menschen konstant geblieben.

994 Neumeldungen wurden in Traunstein registriert, das sind 66 mehr als im Oktober, ein erstes Anzeichen für die Pause in der Hotel- und Gaststättenbranche. Die meisten Arbeitnehmer haben eine Wiedereinstellungszusage für das Weihnachtsgeschäft. 628 Neumeldungen kamen aus Erwerbstätigkeit, 106 haben eine Ausbildung oder Qualifizierung beendet und 239 meldeten sich aus Nichterwerbstätigkeit arbeitslos. 730 Abmeldungen wurden gezählt, ein Rückgang gegenüber Oktober von 190. Hiervon gingen 252 Menschen in Erwerbstätigkeit, 116 begannen eine Ausbildung und 299 Menschen meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Geteilt nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: Von den 2 759 arbeitslos Gemeldeten zählen 1 450 Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 309 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II). Im Arbeitgeberservice waren im November 864 Stellenangebote registriert, gegenüber Oktober sind das 14 Angebote weniger. „Der Stellenzugang fällt mit 264 Angeboten um 29 geringer aus als im Vorjahr“, so Müller, „die Dynamik hat sich abgeschwächt, viele Stellen für die Wintersaison wurden bereits im Oktober gemeldet und im Handwerk gibt es zu dieser Jahreszeit weniger Bedarf“, erklärt Müller. Aktuell sind 136 Angebote aus dem Gastgewerbe und 119 Angebote aus dem Gesundheitsbereich. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 102 Stellen mehr.

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im November 3,3 Prozent, ein Gleichstand zum Oktober und eine Senkung um 0,1 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich. 1 959 Menschen waren im November arbeitslos gemeldet das sind 5 Menschen weniger als im Vormonat und 16 weniger als im Vorjahr, als die Quote bei 3,4 Prozent lag. Darunter sind 206 (Vormonat 218) Jüngere unter 25 Jahren und 35 (Vormonat 48) unter 20 Jahren. 718 Menschen sind älter als 50 Jahre, das sind 10 mehr als im November des Vorjahres und einer mehr als im Oktober. 8,5 Prozent der Gesamtheit sind schwerbehinderte Menschen. Mit 166 in dieser Gruppe ist eine Person weniger als im Oktober zu zählen. Im November des Vorjahres waren es noch 19 mehr.

Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vorjahresvergleich um 65 Menschen gestiegen, der Oktoberwert zeigt drei weniger. Im November waren es noch 562 Menschen, die länger als ein Jahr auf der Suche sind. Das entspricht 28,7 Prozent aller Arbeitslosen. „Je länger ein Mensch auf Arbeitssuche ist, desto schwieriger wird es“, so Müller, „zu der schnelllebigen Arbeitswelt gehört auch, dass Kenntnisse schnell veralten und nicht mehr einsetzbar sind. Hier sind Arbeitgeber gefragt, Einarbeitungszeiten großzügiger zu bemessen und auch die Arbeitnehmer gefragt, sich die Motivation zu erhalten, sich aktuelle Kenntnisse anzueignen, damit der Wiedereinstieg klappt“, ermutigt Müller. 568 Neumeldungen stehen 581 Abmeldungen gegenüber. Hiervon konnten 173 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. 115 nahmen eine Ausbildung oder Qualifizierung auf und 266 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Getrennt nach Rechtskreisen gehören 982 (Vormonat 971) Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 977 (Vormonat 993) sind Kunden des Jobcenters (SGB II). 383 Stellen sind im aktuellen Bestand, eine weniger als im Oktober und 92 mehr als im November 2012, das ist ein Anstieg um 31,6 Prozent. 128 Angebote, das sind 52 weniger als im Vormonat, wurden neu aufgenommen. Die jeweiligen Anteile der Berufsgruppen an den neuen Stellenangeboten sind im Vormonatsvergleich fast unverändert.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land beträgt im November 4,0 Prozent, das sind 1 933 Menschen, 256 mehr als im Oktober und 285 mehr als im Vorjahresvergleich, als die Quote noch bei 3,4 Prozent lag. Getrennt nach Rechtskreisen gehören 1 075 Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 858 Kunden zum Jobcenter das das SGB II umsetzt. „Allein 248 Menschen meldeten sich im Rechtskreis SGB III arbeitslos“, erklärt Müller, „ein klares Zeichen für die beginnende Wintersaison, die uns zunächst alle Außenberufler bringt. Wir freuen uns über jeden Arbeitgeber, der die Wiedereinstellungszusage gleich ausspricht, um einer Abwanderung seines Fachpersonals vorzubeugen“, schließt Müller.

Unter den 1 933 Menschen sind 175 jüngere unter 25 Jahren, das sind 42 mehr als im Oktober und 60 mehr als im Vorjahresmonat. 761 ältere über 50 Jahre bilden 39,4 Prozent aller Arbeitslosen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg die Anzahl der Menschen dieser Altersgruppe um 25,8 Prozent, das sind 156 Menschen. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen ist im Landkreis Berchtesgadener Land im Jahresvergleich um 36,3 Prozent bzw. 109 Menschen gestiegen, das heißt, 409 Menschen sind aktuell davon betroffen. Der Anteil an der Grundgesamtheit beträgt 21,2 Prozent.

„Wir haben hier die höchste Steigerung der Langzeitarbeitslosigkeit im Agenturbezirk“, erläutert Müller. „Der gesellschaftliche Auftrag, der sich hinter diesen Zahlen verbirgt, lautet auch, dem Berufsweg dieser Menschen eine Chance zu geben. Und je länger es dauert, umso mehr Chancen müssen es sein“, appelliert Müller. 418 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, gegenüber 574 im Vormonat. Darunter waren 253 Kunden der Agentur (SGB III) und 165 Kunden des Jobcenters (SGB II). 133 davon nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 64 gingen in Ausbildung oder Qualifizierung, 184 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 37 gaben sonstige Gründe an oder machten hierzu keine Angabe. 683 Neumeldungen sind zu notieren, das sind 132 mehr als im Oktober. 550 Stellen, ein Rückgang um 89, waren im Bestand, hiervon 133 neue Angebote. Im Oktober waren es noch 94 mehr. Die meisten Angebote gibt es mit 118 im Bereich öffentliche Verwaltung und Verteidigung. Handel und Reparatur von Kfz bieten 91 aktuelle Stellen und 68 Angebote im Gastgewerbe sind zu besetzen. Fachkräfte in Pflege- und Gesundheitsberufen haben sehr gute Chancen.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf liegt im November bei 3,5 Prozent. 2 080 Menschen waren gemeldet, 50 weniger als im Vormonat und 58 weniger als im Vorjahresvergleich, als die Quote bei 3,6 Prozent lag. Die Altersgruppen teilen sich im November wie folgt auf: 198 jüngere unter 25 Jahren, darunter 33 unter 20 Jahren, gegenüber 205 im Vormonat und 212 im Vorjahresmonat. Das bedeutet in dieser Altersgruppe eine Verringerung im Jahresvergleich um 6,6 Prozent oder 14 junger Menschen.

Die bundesweiten Zahlen:

Zahl der Arbeitslosen steigt

Unter den 2 080 sind 726 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren, 29 weniger als im Oktober und 8 mehr als im November des Vorjahres. Diese Gruppe bildet 34,9 Prozent der Gesamtheit. 212 arbeitslose schwerbehinderte Menschen im Landkreis Mühldorf bilden 10,2 Prozent aller Gemeldeten. „Die Anzahl der schwerbehinderten Menschen im Landkreis Mühldorf ist zwar kaum Veränderungen unterworfen; dennoch setzen wir uns mit eben diesen 10 Prozent sehr intensiv auseinander“, erläutert Müller. „Behinderungen sind sehr unterschiedlich und individuell und haben auf die Ausübung des erlernten Berufes so manches Mal überhaupt keinen Einfluss. Umso mehr wenden wir uns an Arbeitgeber, das Können dieser Menschen in den Vordergrund zu stellen und nicht das vermeintliche Defizit“, appelliert Müller abschließend. 619 Menschen konnten im November ihre Arbeitslosigkeit beenden, das sind 72 weniger als im Oktober, ein Rückgang um 10,4 Prozent. Darunter waren 330 Kunden der Agentur (SGB III) und 289 Kunden des Jobcenters (SGB II). Hiervon gingen 158 in Erwerbstätigkeit, 128 in Ausbildung, 278 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 55 machten hierzu keine Angabe.

573 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos. Hiervon 231 aus Erwerbstätigkeit, 115 aus Ausbildung und Qualifizierung. 211 kamen aus Nichterwerbstätigkeit und 16 gaben sonstige Gründe an. 491 Stellenangebote sind im aktuellen Bestand, hiervon 183 neu aufgenommene. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 38 Stellen mehr, im Oktober waren es 14 weniger. Unter den 183 neuen Angeboten sind 19 aus dem verarbeitenden Gewerbe, im Dienstleistungssektor gibt es 45 aktuelle Angebote, darunter 42 von Zeitarbeitsunternehmen. Im Bereich Gesundheits- und Sozialwesen sind 28 neue Stellen aufgenommen worden; das erhöht den Bestand in diesen Berufsbereichen auf derzeit 68.

Pressemeldung Agentur für Arbeit Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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