Der lange Winter kostet Arbeitsplätze

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Traunstein - Auf den ersten Blick zeigt die Arbeitslosenquote durchaus positive Zahlen. Nicht aber im Vergleich zum vergangenen Jahr: Schuld daran ist der lange Winter.

Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein betrug im April 3,7 Prozent, eine dem Saisonbeginn entsprechende Senkung um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vormonat März. Die Landkreisquoten im Einzelnen: Traunstein 3,3 Prozent, Altötting 3,6 Prozent, Berchtesgadener Land 4,4 Prozent und Mühldorf 3,9 Prozent. 9 434 Menschen sind aktuell von Arbeitslosigkeit betroffen, das sind 1 247 weniger als im vergangenen Monat und 979 mehr als im April 2012, als die Quote bei 3,4 Prozent lag. „Die doch kühle Witterung im April hat dazu geführt, dass die Bau- und Außenberufler nicht im vollen Umfange zurück gerufen wurden“, analysiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „dazu kommt, dass die Hotels und Gaststätten zwar eine verlängerte Skisaison verbuchen konnten, die Wanderzeit ist witterungsbedingt jedoch noch nicht angelaufen. Das Leben mit der Saison macht den Reiz unserer Region aus, auch wenn wir dadurch eben starke Schwankungen berichten müssen“, so Müller. Unter den 9 434 Menschen sind 940 Jüngere unter 25 Jahren, das sind 193 weniger als im März (1 133).

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Der Anteil der Jüngeren unter 25 Jahren an der Gesamtarbeitslosenzahl beträgt 10 Prozent. Die isolierte Arbeitslosenquote in dieser Altersgruppe beträgt 2,9 Prozent; im Vormonat waren es noch 3,5 Prozent. Der Anteil der 15- bis unter 20-Jährigen ist mit 1,2 Prozent im Vormonatsvergleich um 0,3 Prozentpunkte zurück gegangen. Bei den Langzeitarbeitslosen, die schon länger als ein Jahr auf der Suche sind, unterscheidet sich die Anzahl um plus 34 im Vormonatsvergleich, aktuell sind noch 2 107 Menschen in dieser Situation. 3 868 Menschen konnten sich im April aus Arbeitslosigkeit abmelden. Das sind 401 mehr als im März und 88 weniger als im April des Vorjahres.

Darunter waren 2 324 Abmeldungen in Erwerbstätigkeit, 363 davon nahmen eine Ausbildung oder Qualifizierung auf, 1 007 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 174 gaben sonstige Gründe an oder machten keine Angabe. Aktuell sind 2 332 Stellen im Bestand, ein Gleichstand gegenüber März und gegenüber Vorjahresmonat ein deutlicher Rückgang um 286 Angebote das entspricht minus 10,9 Prozent. Im April sind 861 Stellen neu gemeldet worden, ein Minus von 9,0 Prozent oder 85 Angeboten gegenüber März und von 15,1 Prozent bzw. 153 Stellen im Vorjahresvergleich. Zur Fachkräftegewinnung für die Region im Bereich Hotel- und Gaststätten für die Sommersaison hat der gemeinsame Arbeitgeber-Service bei den HoGa-Börsen in Zwickau und Wittenberg etliche Bewerber gewonnen.

Der jährliche Qualifizierungskurs Hotel- und Gaststätten hat mit 16 Teilnehmerinnen und Teilnehmern begonnen, die ersten Arbeitsplatzzusagen sind schon vorhanden. Der Ausbildungsmarkt zeigt mit 1 469 unbesetzten Ausbildungsstellen bereits einen deutlichen Rückgang gegenüber März, als es noch 1 707 offenen Stellen waren. „Gleichzeitig erhöhen sich die Bewerberzahlen durch die intensive Berufsberatung an unseren Schulen“, der Wettbewerb um die klügsten Köpfe ist in vollem Gange“, berichtet Müller, „wir appellieren an Ausbilder und Schüler, sich verlässlich vertragseinig zu werden“, schließt Müller.

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein beträgt im April 3,3 Prozent. Im April 2012 lag sie bei 3,0 Prozent. 2 880 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 258 Menschen mehr als vor einem Jahr, das entspricht einer Steigerung um 9,8 Prozent. Im Vormonatsvergleich sind es 433 oder 13,1 Prozent weniger, als die Quote noch bei 3,8 Prozent lag. 36,6 Prozent oder 1 054 Menschen sind älter als 50 Jahre, verglichen mit März sind dies 123 Menschen weniger oder 10,5 Prozent. 629 Menschen zählen zu den Langzeitarbeitslosen, eine Zahl, die im Vorjahresvergleich leicht um 22 gestiegen ist, im Vergleich zu März geringfügig um 2 niedriger ist. 293 Menschen sind jünger als 25 Jahre, ein Rückgang um 58 im Vergleich zum März und eine Steigerung um 87 im Vormonatsvergleich. 876 Neumeldungen wurden in Traunstein registriert, das sind 26 mehr als im März, und 29 weniger als im April 2012.

462 Neumeldungen kamen aus Erwerbstätigkeit, 116 haben eine Ausbildung oder Qualifizierung beendet und 289 meldeten sich aus Nichterwerbstätigkeit arbeitslos. „36,1 Prozent aller arbeitslos Gemeldeten, das sind 1 041 Menschen, werden durch Qualifizierungen, Aktivierungen und Weiterbildungen gefördert. Der Wiedereinstieg kann nur mit Motivation, Engagement und aktuellem Wissen gelingen“, so Müller. 1 299 Abmeldungen wurden gezählt, ein Anstieg gegenüber März von 230 oder 21,5 Prozent. Hiervon gingen 858 Menschen in Erwerbstätigkeit, 99 begannen eine Ausbildung und 320 Menschen meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Geteilt nach Rechtskreisen ergibt sich folgendes Bild: Von den 2 880 arbeitslos Gemeldeten zählen 1 545 Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 335 zu den Kunden des Jobcenters (SGB II). Im Arbeitgeberservice waren im April 893 Stellenangebote registriert, gegenüber März sind das 2 Angebote weniger. Darunter sind 173 Angebote aus dem Gastgewerbe und 70 Angebote aus dem Gesundheitsbereich. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 32 Stellen mehr.

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting betrug im April 3,6 Prozent, ein Rückgang gegenüber März um 0,4 Prozentpunkte. 2 146 Menschen waren arbeitslos gemeldet das sind 221 Menschen weniger als im Vormonat. Im Vorjahresvergleich waren es 104 Menschen weniger, als die Quote bei 3,5 Prozent lag. Darunter sind 212 (Vormonat 252) Jüngere unter 25 Jahren und 37 (Vormonat 47) unter 20 Jahren. 749 Menschen sind älter als 50 Jahre, das sind 33 mehr als im April des Vorjahres und 72 weniger als im März. 7,4 Prozent der Gesamtheit sind schwerbehinderte Menschen. Mit 159 in dieser Gruppe ist eine deutliche Verringerung gegenüber März um 24 oder 13,1 Prozent zu zählen. Die Anzahl der Langzeitarbeitslosen ist im Vorjahresvergleich um 12 Menschen gesunken, der Märzwert zeigt 16 weniger. Im April waren es noch 523 Menschen, die länger als ein Jahr auf der Suche sind. Das entspricht 24,4 Prozent aller Arbeitslosen. „Je länger ein Mensch auf Arbeitssuche ist, desto schwieriger wird es“, so Müller, „von den langzeitarbeitslosen Menschen sind 269 über 50 Jahre alt. Diese Altersgruppe hat es ohnehin schwerer, die Reintegration in den Arbeitsmarkt zu schaffen, obwohl insgesamt betrachtet der Anteil der Beschäftigten über 50 steigt“, kommentiert Müller. 568 Neumeldungen stehen 785 Abmeldungen gegenüber. Hiervon konnten 423 Menschen ihre Arbeitslosigkeit durch Aufnahme einer Erwerbstätigkeit beenden. 78 nahmen eine Ausbildung oder Qualifizierung auf und 257 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab. Getrennt nach Rechtskreisen gehören 1 134 (Vormonat 1 365) Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 012 (Vormonat 1 002) sind Kunden des Jobcenters (SGB II). 348 Stellen sind im aktuellen Bestand, 3 weniger als im März und 141 weniger als im April 2012, das ist ein Rückgang um 28,8 Prozent. 192 Angebote, das sind 29 mehr als im Vormonat, wurden neu aufgenommen. Die größten Anteile an den neuen Stellenangeboten haben Handel mit 24, verarbeitendes Gewerbe mit 20 und sonstige Dienstleistungen mit 75, darunter 67 Angebote von Unternehmen der Zeitarbeit.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land beträgt im April 4,4 Prozent, das sind 2 110 Menschen, 350 weniger als im März und 346 mehr als im Vorjahresvergleich, als die Quote noch bei 3,7 Prozent lag. Getrennt nach Rechtskreisen gehören 1 248 Menschen zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 862 Kunden zum Jobcenter das das SGB II umsetzt. Unter den 2 110 Menschen sind 198 jüngere unter 25 Jahren darunter 30 unter 20 Jahre. Im Vormonatsvergleich sind in beiden Gruppen Rückgänge zu verzeichnen, im April des Vorjahres waren es jedoch deutlich weniger, hier wird ein Anstieg um 34,7 Prozent oder 51 junge Menschen gezählt. „Unter 25 Jahren werden normalerweise die beruflichen Weichen gestellt“, erläutert Müller; „wir haben 17 Jugendliche, die keine berufliche Ausbildung vorweisen können, erweitert man die Gruppe aus die sogenannten „jungen Erwachsenen“ bis 35 Jahr, so sind es schon 135 Menschen. Im Mai findet die „Woche der Weiterbildung“ statt. Wir appellieren an unsere Arbeitgeber, sich bei der Bewerberauswahl auf ihr Gespür für Menschen und ihre Verantwortung für die Leute in der Region zu verlassen. Das Geburtsdatum kann gern eine untergeordnete Rolle spielen“, so Müller. 792 ältere über 50 Jahre, das sind 101 weniger als im März und 329 Langzeitarbeitslose, das ist ein Mensch weniger als im Vormonat. sind gemeldet. 941 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, gegenüber 752 im Vormonat. Darunter waren 735 Kunden der Agentur (SGB III) und 206 Kunden des Jobcenters (SGB II). 635 davon nahmen eine Erwerbstätigkeit auf, 54 gingen in Ausbildung oder Qualifizierung, 216 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 36 gaben sonstige Gründe an oder machten hierzu keine Angabe. 595 Neumeldungen sind zu notieren, das sind 16 mehr als im März. 618 Stellen, ein Minus von 3, waren im Bestand, hiervon 172 neue Angebote. Im April bestand erneut hohe Kräftenachfrage in den Pflegeberufen. Hier sind 49 aktuelle Angebote, darunter 23 in Krankenhäusern und 16 in Heimen. Allein die jeweils 123 Stellenangebote bei Öffentlicher Verwaltung/Verteidigung und im Gastgewerbe bilden knapp 40 Prozent des Gesamtangebots.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf liegt im April bei 3,9 Prozent. 2 298 Menschen waren gemeldet, 243 weniger als im Vormonat und 271 mehr als im Vorjahresvergleich, als die Quote noch bei 3,5 Prozent lag. Die Altersgruppen teilen sich im April wie folgt auf: 237 jüngere unter 25 Jahren, darunter 30 unter 20 Jahren, gegenüber 287 im Vormonat und 178 im Vorjahresmonat. Das bedeutet in dieser Altersgruppe eine Steigerung im Jahresverlauf um 19,1 Prozent. Unter den 2 298 sind 759 Menschen zwischen 50 und 65 Jahren, 58 weniger als im März und 91 mehr als im April des Vorjahres. Diese Gruppe bildet 33,0 Prozent der Gesamtheit. 214 arbeitslose schwerbehinderte Menschen im Landkreis Mühldorf bilden 9,3 Prozent aller Gemeldeten. 843 Menschen konnten im April ihre Arbeitslosigkeit beenden, das sind 45 mehr als im März, eine Steigerung um 5,6 Prozent. Darunter waren 592 Kunden der Agentur (SGB III) und 251 Kunden des Jobcenters (SGB II). Hiervon gingen 438 in Erwerbstätigkeit, 132 in Ausbildung, 214 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 59 machten hierzu keine Angabe. 594 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos. Hiervon 233 aus Erwerbstätigkeit, 137 aus Ausbildung und Qualifizierung. 210 kamen aus Nichterwerbstätigkeit und 14 gaben sonstige Gründe an. 473 Stellenangebote sind im aktuellen Bestand, hiervon 194 neu aufgenommene. Im Vergleich zum Vorjahr gab es 106 Stellen weniger, ein Rückgang um 18,3 Prozent. Im März waren es 8 weniger. „Bei der Analyse des Stellenbestandes sind drei Wirtschaftszweige im Jahresverlauf zurückhaltender bei der Stellenmeldung geworden“, analysiert Müller, “wir leiten daraus die Vermutung einer gedämpften Konjunktur ab“. Die Überlassung von Arbeitskräften, sank im Jahresverlauf von 168 auf 126 Angebote; das verarbeitende Gewerbe bietet aktuell 60 Stellen, im Vorjahresmonat waren es noch 99; und das Baugewerbe bietet 35 neue Stellen, gemessen an 59 im April 2012.

Pressemeldung Agentur für Arbeit Traunstein

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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