Winterliche Zahlen zum Jahreseinstieg

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Traunstein - Die Arbeitslosenquote im Agenturbezirk Traunstein lag im Januar bei 4,4 Prozent. Das bedeutet einen Anstieg gegenüber Dezember.

Im Vorjahresvergleich liegt die aktuelle Arbeitslosenzahl um 440 Menschen darüber. Im Januar 2012 lag die Quote bei 4,3 Prozent. 11.193 Menschen waren in diesem Monat arbeitslos gemeldet, das sind 2281 oder 25,6 Prozent mehr als im Dezember.

„Durch die gute Arbeitsmarktlage und niedrigen Quoten im vergangenen Jahr erscheint eine „vier“ vor dem Komma hoch“, kommentiert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein, „doch der Vorjahresvergleich zeigt, dass wir einen gering- fügigen, zum Großteil saisonal bedingten Anstieg erleben. Die meisten der Arbeitslosen mit Wiedereinstellungszusage haben sich nun arbeitslos gemeldet und wir hoffen wie jedes Jahr auf ein zeitiges Frühjahr, dass Bau und Hotellerie ihr Personal wieder einstellt“, so Müller.

1206 jüngere Arbeitslose unter 25, das sind 335 mehr als im Dezember und 114 mehr als im Vorjahr sind gemeldet. Diese Altersgruppe bildet 10,8 Prozent aller arbeitslos Gemeldeten, die isolierte Arbeitslosenquote liegt bei 3,7 Prozent. In der Untergruppe der 15 bis 20- jährigen ist der Anstieg geringer. Das ist ein Hinweis darauf, dass viele junge Menschen auch bei den Wiedereinstellern sind. Die Langzeitarbeitslosigkeit ist gegenüber Dezember leicht angestiegen, derzeit sind 2069 Menschen länger als ein Jahr auf der Suche. Das sind 80 mehr als im Vormonat jedoch 45 weniger als im Januar 2012.

Der Anteil der Älteren zwischen 50 und 65 Jahren an der Grundgesamtheit liegt mit 3 768 Menschen bei 33,7 Prozent. Vor einem Jahr waren es noch 34,3 Prozent. 640 Ältere mehr als im Dezember sind aktuell arbeitslos; die isolierte Arbeitslosenquote der Älteren beträgt 5,3 Prozent, in der Untergruppe der 55 bis 65 Jahre alten Menschen liegt die Quote bei 5,9 Prozent. Den 4840 Neumeldungen, das sind 1977 mehr als im Dezember stehen 2547 Abmeldungen gegenüber. „Der erhebliche Anstieg der Neumeldungen um 69,1 Prozent gegenüber dem geringen Anstieg bei den Abmeldungen von 12,7 Prozent belegt die Saisondynamik des Agenturbezirks. 4004 der Neumeldungen kamen aus Erwerbstätigkeit oder Ausbildung“, erklärt Müller. Der Bestand an Stellenangeboten ist mit 1997 im Januar jahreszeitlich bedingt geringer, da- runter sind 638 neue Angebote, gegenüber 716 im Dezember. Es wurden 131 Stellenangebote weniger gemeldet als im Vorjahresmonat. Die Analyse der drei am häufigsten vorkom- menden Berufsbereiche innerhalb des Stellenbestandes zeigt, 642 Angebote aus Produktion und Fertigung, 383 aus Handel, Vertrieb und Tourismus und 299 Angebote bei Gesundheit und Soziales.

Landkreis Traunstein

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Traunstein betrug im Januar 3,8 Prozent, ein Anstieg um 0,8 Prozentpunkte gegenüber Dezember und ein Anstieg um 0,1 Prozentpunkte gegenüber Januar des Vorjahres. 3373 Menschen waren arbeitslos gemeldet, 724 mehr als im Dezember und 144 mehr als im Januar des Vorjahres. Darunter sind 360 Jüngere unter 25 Jahren. Im Januar 2012 waren es 93 weniger. Von den 245 Zugängen in dieser Altersgruppe sind lediglich 13 junge Menschen unter 20 Jahre; das belegt dass der überwiegende Anteil zwischen 21 und 25 Jahren zu den Wiedereinstellern zählt.

1164 Ältere über 50 Jahre sind gemeldet, das sind 34,5 Prozent aller Arbeitslosen. Im Vorjahresmonat waren es noch 35,5 Prozent. Im Vergleich zum Vormonat sind 192 Menschen mehr aktuell arbeitslos, das ist ein Anstieg um 19,8 Prozent. 1642 Menschen meldeten sich erstmals oder erneut arbeitslos, darunter 1238 aus Erwerbstätigkeit. Im Landkreis Traunstein gibt es derzeit 990 Menschen mit Wiedereinstellungszusage im Frühjahr. Getrennt nach Rechtskreisen werden insgesamt 2195 Kunden von der Agentur für Arbeit (SGB III), das sind 44,4 Prozent mehr als im Dezember; und 1178 Kunden vom Jobcenter (SGB II) betreut, in dem der Anstieg mit 4,3 Prozent gegenüber Dezember deutlich geringer war. 733 Stellen sind im aktuellen Bestand, zwei mehr als im Dezember. Der Zugang an Stellenangeboten beläuft sich auf 270, das sind 24 mehr als im Dezember und 40 mehr als im Januar des Vorjahres.

Landkreis Altötting

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Altötting beträgt im Januar 4,3 Prozent. Im Januar 2012 betrug sie noch 4,4 Prozent. 2553 Menschen sind arbeitslos gemeldet, das sind 438 Menschen mehr als im Dezember und 25 weniger als im Vorjahresmonat.

Unter den derzeit 2553 arbeitslosen Menschen sind 291 (Vorjahr 283) jüngere unter 25 Jahren, das sind 77 oder 36,0 Prozent mehr als im Dezember. Davon sind 50 unter 20 Jahre alt, 13 mehr als im Vormonat und 5 weniger als im Januar des Vorjahres. Von den insgesamt 2553 arbeitslos Gemeldeten gehören 1553 zu den Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 1 000 zum Jobcenter (SGB II). Der Anstieg der Arbeitslosenzahl gegenüber Dezember um 20,7 Prozent ist überwiegend auf die Neuzugänge bei der Agentur für Arbeit zurückzuführen.

699 Neumeldungen und 277 Abmeldungen waren im Rechtskreis SGB III zu verzeichnen, 256 Zugänge und 231 Abmeldungen registrierte der Rechtskreis SGB II. Bei den insgesamt 508 Abmeldungen konnten 187 eine Erwerbstätigkeit angeben, 64 begannen eine Ausbildung, 223 meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit (Rente, Erziehungszeit) ab und 34 Kunden machten hierzu keine Angabe oder gaben sonstige Gründe an. Von den insgesamt 955 Neumeldungen kamen 647, das ist ein Anteil von 67,7 Prozent aus Erwerbstätigkeit.

Der Stellenbestand beträgt 306 Angebote, das sind 32 mehr als im Dezember jedoch 67 weniger als im Januar des Vorjahres. 125 Stellen wurden neu gemeldet. Mehr als ein Drittel des aktuellen Bestandes, 124 Angebote, sind aus den Fertigungs- und Produktionsberufen.

Landkreis Berchtesgadener Land

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Berchtesgadener Land beträgt im Januar 5,3 Prozent. Das sind 2564 Menschen, 651 oder 34,0 Prozent mehr als im Dezember. Im Vorjahresvergleich zeigt sich eine Steigerung um 5,0 Prozent, 121 Menschen mehr sind von Arbeitslosigkeit betroffen. 240 jüngere unter 25 Jahren bilden 9,4 Prozent des Bestandes, im Dezember waren es noch 147. 903 Menschen sind älter als 50 Jahre, das sind 199 mehr als im Vormonat und 101 mehr als im Januar des Vorjahres. In der Gruppe der über 55-jährigen waren es im Dezember 114 Menschen weniger, die Januarzahl zeigt 569.

In der Geschäftsstelle Bad Reichenhall gab es 1 290 registrierte Neumeldungen, das sind 71,3 Prozent Steigerung zum Vormonat, das heißt 537 Menschen mehr als im Dezember meldeten sich arbeitslos. Von den Neuzugängen kamen 1042 Menschen aus Erwerbstätigkeit, 80 haben eine Ausbildung oder Qualifizierung beendet. Innerhalb der vier Landkreise ist dies mit 80,7 Prozent der höchste Anteil an Zugängen aus Erwerbstätigkeit. 644 Menschen konnten im Januar ihre Arbeitslosigkeit beenden. Darunter 472 Kunden der Agentur für Arbeit (SGB III) und 172 Kunden des Jobcenters (SGB II). Hiervon gingen insge- samt 386 in Erwerbstätigkeit, 53 in Ausbildung, 173 in Nichterwerbstätigkeit und 32 machten hierzu keine Angaben.

Der Arbeitgeberservice in Bad Reichenhall hat im Januar 133 neue Stellenangebote aufge- nommen; das sind 55 Angebote oder 29,3 Prozent weniger als im Dezember. Der Bestand an offenen Arbeitsplätzen liegt bei 545, ein Rückgang um 37 Angebote. Den größten Anteil am Stellenbestand haben mit 20,9 Prozent oder 114 Angeboten die Berufsbereiche Öffentliche Verwaltung, Verteidigung.

Landkreis Mühldorf

Die Arbeitslosenquote im Landkreis Mühldorf beträgt im Januar 4,6 Prozent, das sind 2 703 Menschen. Im Vergleich zum Vormonat sind dies 468 mehr, die Quote stieg hierdurch um 0,8 Prozentpunkte. Im Januar des Vorjahres waren es noch 200 Menschen weniger, das bedeutet, dass im Jahresvergleich eine Steigerung der Arbeitslosenzahl um 8,0 Prozent notiert wird. Unter den 2703 sind 1612 Männer und 1091 Frauen. 315 (Vormonat 244) der Gemeldeten sind unter 25 Jahre alt, darunter 45 (Vormonat 41) unter 20 Jahren. 843 Menschen sind älter als 50, das sind 128 mehr als im Dezember und 48 Menschen mehr als im Vorjahresmonat. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen beträgt 22,8 Prozent an der Gesamtheit wobei im Januar 2012 24 Menschen weniger gemeldet waren als aktuell. Im Ver- gleich zu Dezember ist auch in dieser Gruppe eine leichte Steigerung um 3,9 Prozent, bzw. 23 Menschen zu verzeichnen. 953 Menschen meldeten sich im Januar arbeitslos, hiervon waren 711 Kunden der Agentur für Arbeit (Rechtskreis SGB III) und 242 Kunden des Jobcenters das für die Umsetzung des SGB II zuständig ist. Die Dynamik des Arbeitsmarktes wird belegt, dass 35,2 Prozent der arbeitslos Gemeldeten Neuzugänge sind. 472 Menschen konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden, das sind 43 weniger als im Dezember. Hiervon gingen 161 (Vormonat 151) in Erwerbstätigkeit, 81 (Vormonat 107) begannen eine Ausbildung, 194 (Vormonat 208) meldeten sich in Nichterwerbstätigkeit ab und 36 gaben sonstige Gründe an oder machten keine Angabe.

Der gemeinsame Arbeitgeberservice verzeichnet im Januar einen Stellenbestand von 413, das sind 20 Angebote weniger als im Dezember und 73 weniger als im Vorjahresmonat. Die beiden größten Berufsbereiche sind mit 148 freien Stellen die Fertigungsberufe und 202 Angebote betreffen den Dienstleistungssektor. 110 Angebote wurden aktuell neu aufgenommen.

Jahresbericht 2012 - Stabiler Arbeitsmarkt mit hoher Dynamik

Aufgrund der anhaltend guten Konjunktur hat sich der Arbeitsmarkt im Agenturbezirk Traunstein im Jahr 2012 gut entwickelt. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 3,4 Prozent und lag damit unter dem Wert des Jahres 2011 von 3,5 Prozent und sehr deutlich unter dem Jahresdurchschnittswert 2010 von 4,0 Prozent. „Im Vergleich mit den Quoten des Landes Bayern (3,7 Prozent) und gesamt Deutschlands (6,8 Prozent) stellt sich der Arbeitsmarkt in der Region positiv dar. Die ganzjährig hohe Nachfrage an Arbeitskräften und der trotz Rückgang vergleichsweise hohe Stellenbestand zeigt, dass die Unternehmen in der Region trotz globaler Risiken zuversichtlich in die Zukunft blicken“, bilanziert Jutta Müller, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Traunstein die Arbeitsmarktzahlen 2012. Auf einen Blick:

Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2012 8.541

Arbeitslosenzahl im Jahresdurchschnitt 2011 8.697

Durchschnittsbestand im Vorjahresvergleich - 1,8 Prozent

Arbeitslosenquote 2011 3,5 Prozent

Arbeitslosenquote 2012 3,4 Prozent

Arbeitsstellenbestand Jahresdurchschnitt 2012 2.354 (minus 5,5 Prozent)

Arbeitsstellenbestand Jahresdurchschnitt 2011 2.491

Die Gesamtarbeitslosigkeit im Dezember 2012 ist gegenüber dem Vorjahresmonat um 7,8 Prozent gestiegen, das heißt 642 Menschen mehr waren arbeitslos. Gleichwohl liegt die Jahresdurchschnittsarbeitslosigkeit 2012 mit 8540 Menschen trotz des Anstiegs in der zweiten Jahreshälfte mit minus 1,8 Prozent unter dem Durchschnitt von 2011 mit 8697 Menschen. Noch deutlicher wird die Senkung der Arbeitslosigkeit beim Vergleich mit 2010, dort waren es noch 1.376 Menschen mehr, die im Jahresdurchschnitt arbeitslos waren.

Bei der Betrachtung der Arbeitslosigkeit nach Rechtskreisen fällt auf, dass die durchschnittliche Anzahl der Arbeitslosengeld I Empfänger gegenüber den Arbeitslosengeld II Empfängern angestiegen ist. Im Jahr 2012 gehörten durchschnittlich 4460 (4359 im Jahr 2011) Arbeitslose dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III an, 4080 (4338 im Jahr 2011) dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II. Der durchschnittliche Bestand im Rechtskreis SGB III stieg um 2,3 Prozent an, im Unterschied zum fallenden Bestand (minus 5,9 Prozent) im Bereich der Grundsicherung.

Die Arbeitslosenquote der unter 25-jährigen beträgt im Jahresdurchschnitt 2,6 Prozent, das ist ein leichter Anstieg um 0,1 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich. 832 junge Menschen sind gemeldet, 15 mehr als 2011.

Im Jahr 2012 gehörten durchschnittlich 637 (621 im Jahr 2011) jugendliche Arbeitslose dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches III an, 195 (195 im Jahr 2011) dem Rechtskreis des Sozialgesetzbuches II. Der durchschnittliche Bestand der Jugendarbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB III stieg im Vergleich zum gleichbleibenden Bestand der Grundsicherung um 2,5 Prozent an.

„Junge Menschen am Anfang ihrer beruflichen Laufbahn sind darauf angewiesen, nach der Ausbildung ihr Know How zu vergrößern, oder sich zu spezialisieren. Eine längere Arbeitslosigkeit wirkt sich deutlich nachteiliger aus, als bei einem erfahrenen Mitarbeiter. Wir sehen, dass eine gute Ausbildung auch dazu führt, dass der Einstieg ins Erwerbsleben schneller klappt“, kommentiert Müller. „Mit abgeschlossener schulischer, betrieblicher oder akademischer Ausbildung sind 85,9 Prozent, der jungen Menschen innerhalb von vier Monaten wieder in Erwerbstätigkeit“. Die Arbeitslosigkeit in der Altersgruppe 15 bis 20 Jahre ist im Jahresdurchschnitt um 17,5 Prozent gesunken. Eine mögliche Erklärung hierfür ist auch das sehr gute Ausbildungsstellenangebot im vergangenen Berufsberatungsjahr.

Von den 8541 Menschen waren 3057 älter als 50 Jahre. Das sind 41 weniger als noch im Vorjahr. Das entspricht einem Rückgang von 1,3 Prozent. Im Rechtskreis SGB III wurde der durchschnittliche Bestand um 3,0 Prozent reduziert, im Bereich der Grundsicherung stieg er um 0,8 Prozent an. „Das Geschehen auf dem Arbeitsmarkt hat sich im Vergleich zu den hoch dynamischen Jahren 2010 und 2011 insgesamt beruhigt“, so Müller. So haben sich im Jahresverlauf bei der Hauptagentur Traunstein und den Geschäftsstellen Altötting, Berchtesgadener Land und Mühldorf mit den jeweiligen Jobcentern 33.393 Menschen arbeitslos gemeldet das sind 2161 weniger als im Vorjahr 2011. Dieser Rückgang fiel im Rechtskreis SGB III mit 1,4 Prozent geringer aus, als im Bereich der Grundsicherung (minus 13,7 Prozent). Die Anzahl der Abmeldungen ist ebenfalls zurückgegangen. Die Jahreszahl 2012 zeigt 33.239 Abmeldungen, das ist ein Rückgang um 9,9 Prozent. Im SGB III waren es 6,8 Prozent weniger und im Bereich der Grundsicherung 14,8 Prozent. Der Anteil der Zugänge Arbeitsloser aus vorangegangener Erwerbstätigkeit an allen Zugängen liegt bei 52,9 Prozent. 29,1 Prozent dieser Personen verfügt nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung. Der Anteil der Personen aus vorangegangener Erwerbstätigkeit am Zugang ist mit 67,6% im Rechtskreis SGB III wesentlich höher. Knapp ein Viertel (24,9 Prozent) der Zugänge im SGB III aus Erwerbstätigkeit verfügen nicht über eine abgeschlossene Berufsausbildung, im Rechtskreis SGB II sind es hingegen mehr als die Hälfte (51,4 Prozent). Die durchschnittliche Anzahl der Langzeitarbeitslosen lag 2012 bei 2041 Menschen. Das sind 3,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Der Anteil der Menschen am Gesamtbestand, die länger als ein Jahr auf der Suche sind lag bei 23,9 Prozent. Im Jahr 2011 lag er noch bei 24,4 Prozent. Die Reduzierung des durchschnittlichen Bestandes fällt mit 13,4 Prozent im Rechtskreis SGB III stärker aus als im Bereich der Grundsicherung (minus 0,8%). Auch der Anteil der Arbeitslosen mit einer Dauer der Arbeitslosigkeit von 6 Monaten bis unter einem Jahr am Gesamtbestand sank. Die Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten ging im Jahresvergleich um 0,7 Prozent zurück, das sind sechs Menschen. Im Rechtskreis SGB III um 8,5 Prozent auf durchschnittlich 404 Personen im Jahr 2012. Hingegen stieg die durchschnittliche Zahl der arbeitslosen Schwerbehinderten um 9,0 Prozent auf 387 Menschen im Bereich der Grundsicherung. „Die Fachkräftediskussion begleitete das Jahr 2012 in gestiegener Intensität. Wir wissen, dass schwerbehinderte Menschen größere Hindernisse bei ihrem Berufseinstieg zu

überwinden haben. Hier möchte ich für eine offene Haltung werben, die den Menschen in seiner fachlichen Kompetenz in den Mittelpunkt stellt und nicht die Behinderung“, appelliert Müller. Die Anzahl der arbeitslosen Ausländer stieg im Jahresdurchschnitt um 6,1 Prozent an. Mit einem durchschnittlichen Bestand im Rechtskreis SGB III von 510 Personen stieg er um 21,5%, das sind 90 Menschen im Vergleich zum Vorjahr. Im Rechtskreis SGB II sank der Bestand um 3,6 Prozent auf 640 Personen. Im SGB III nimmt der Ausländeranteil am Gesamtbestand stärker zu als im SGB II. 70 Prozent des Zugangs von arbeitslosen Ausländern stammt aus folgenden 10 Ländern: Österreich, Türkei, Rumänien, Kroatien, Serbien, Italien, Polen, Ungarn, Russische Föderation und Slowakei. Für den Ausbildungsmarkt 2012 kann ebenfalls eine positive Bilanz gezogen werden. Zum Stichtag 30. September 2012 waren nur noch 6 Bewerber um einen Ausbildungsplatz ohne Zusage. „Alle Bewerber wurden zwischenzeitlich mehrfach zu Beratungsgesprächen eingeladen und erhielten Angebote, entweder für Ausbildungsstellen mit Beginn 2012 oder für Alternativen zur Überbrückung. Dies können Berufsvorbereitungen sein oder Zwischenbeschäftigungen, z.B. bis zum Wunsch-Studienplatz“, erklärt Müller. Der durchschnittliche Bestand an offenen Stellen im Agenturbezirk Traunstein ist im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf 2354 Stellen gesunken. Im Vergleich zu 2010 zeigt sich jedoch ein Anstieg um 15,2 Prozent, dort waren es 2043 Angebote. Im Jahr 2012 wurden in den vier Landkreisen insgesamt 10.934 Stellen aufgenommen. Die Stellenzugänge gehen mit minus 16,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gleichermaßen über alle Landkreise zurück. Dieser Trend ist auch im Zwei-Jahresvergleich zu beobachten. Der hohe Stellenbestand ist ein Hinwies auf den steigenden Fachkräftebedarf. „In manchen Berufen sind die Stellenangebote bis zu drei Monaten vakant“, erläutert Müller, „alle Arbeitsmarktpartner in der Region arbeiten daran, den Zuzug qualifizierter Fachkräfte zu erhöhen. Wir sind auf Stellenbörsen sehr aktiv; dies betrifft hauptsächlich den Hotel- und Gaststättenbereich“, so Müller. In den Berufsbereichen Metall- und Elektroindustrie, der Baubranche, den Gesundheits- und Pflegeberufen sowie im Hotel- und Gaststättengewerbe werden Arbeitskräfte gesucht.

„Die Jahresstatistik 2012 zeigt, dass die Auswirkungen der Demografie stärker spürbar werden. Fachkräfte aus dem Handwerk und Hotellerie, über Ingenieure bis zu allen Angehörigen der Gesundheitsberufe haben nach wie vor sehr gute Chancen auf dem Arbeitsmarkt und werden dementsprechend gesucht und umworben. Aufgabe der Agentur für Arbeit Traunstein wird es sein, Arbeitsuchende und Arbeitgeber schneller zusammenzuführen“, so Müller. „Dazu gehört auch intensive Personalberatung bei den Arbeitgebern, und intensive Weiterbildungsberatung bei den Arbeitssuchenden“, stellt Müller fest. Mögliche Ansätze bestehen in der Qualifizierung von Bestandspersonal zur Arbeitsplatzsicherung, aber auch in der Beratung zur Entwicklung an Lebenslagen angepasste Personalpolitik. „Das bedeutet, dass die Agentur für Arbeit sich als Richtungsgeber in den Übergangsprozessen im Erwerbsverlauf versteht. Grundsatz für unser Handeln im Jahr 2013 ist demnach unsere Integrations- und Investitionsarbeit weiter zu professionalisieren, wir werden schneller und individueller auf Marktänderungen reagieren und unsere Mittel bedarfs- und zeitgerecht einbringen“, schließt Müller.

Pressemitteilung Agentur für Arbeit Traunstein

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