Der Bürgeranwalt hilft

tz-Leser: Die Krankenkasse will 2500 Euro von mir

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Bürgeranwalt Dietmar Gaiser handelte für Pablo Cardenas den fälligen Betrag bei der AOK herunter.

München - 2500 Euro sollte ein Leser der tz an seine Krankenkasse zahlen - er wusste nicht, warum. Der Bürgeranwalt konnte dem Mann aber helfen.

Unser Krankenversicherungssystem ist eines der besten der Welt. Eine große Errungenschaft ist zudem die Versicherungspflicht. Leider gibt es immer wieder Ärger, wenn die Kassen diese Pflicht durchsetzen. Ihnen sind rückwirkend hohe Beiträge erlaubt, wenn jemand die Versicherungspflicht nicht erfüllt. Gemeinsam mit der AOK konnten wir in so einem Fall unserem Leser helfen.

Das ist der Fall

Helfen Sie mir bitte! Ich habe von der AOK eine Rechnung über 2500 Euro bekommen und weiß nicht, wie ich sie bezahlen soll. In der Vergangenheit lief bei mir einiges schief. Ich war arbeitslos und bin mehrmals umgezogen, sodass ich den privaten Papierkram nicht immer voll im Griff hatte. Jetzt arbeite ich wieder und habe eine neue Wohnung. Und gerade jetzt, wo alles wieder ins Lot gekommen ist, kommt dieser Tiefschlag. Pablo Cardenas (27), Techniker aus Erding

Das sagt der tz-Bürgeranwalt

Zugegeben sind 2500 Euro eine happige Forderung für einen jungen Mann, der arbeitslos war und endlich wieder einen Job hat. Also riefen wir den Direktor der AOK Erding, Andreas Kochbeck, an. Er machte den Fall Pablo Cardenas zur Chefsache und kümmerte sich persönlich um die Angelegenheit. Allerdings stieß der AOK-Direktor auf Fakten, die wir nicht kannten. Der Versicherte hatte nämlich nach dem Verlust des Arbeitsplatzes von der AOK fünf Anschreiben bekommen, in denen er aufgefordert worden war, sich zu melden. Als er nicht reagierte, versuchte die AOK es telefonisch, aber auch das funktionierte nicht. Dazu Pablo Cardenas: „Durch meine Umzüge und die unklaren Lebensumstände erreichte man mich nicht.“

Nun gibt es in Deutschland ein Gesetz, nach dem jeder krankenversichert sein muss. Da die AOK aber mehrere Monate lang mit Pablo Cardenas keinen Kontakt aufnehmen konnte, versicherte sie ihn rückwirkend zum Höchstsatz von 750 Euro pro Monat und schickte ihm eine entsprechende Rechnung.

Als der AOK-Versicherte sich dann an das Team des Bürgeranwaltes wandte und dieses sich einschaltete, klärte sich die Sache schnell auf. Pablo Cardenas musste die notwendigen Unterlagen beibringen, dann wurde der rückwirkend errechnete Beitrag von 750 auf rund 150 Euro pro Monat herabgesetzt, außerdem vereinbarte die AOK mit ihm Ratenzahlung.

Direktor Andreas Kochbeck: „Das wäre alles nicht notwendig gewesen, wenn sich der Versicherte mit uns in Verbindung gesetzt hätte. Wir hätten dann nachgeprüft, ob er möglicherweise familienversichert werden kann oder die Arbeitsagentur den Beitrag übernimmt. Beides ist unter bestimmten Umständen möglich.“ Dem nun wieder in Arbeit stehenden und krankenversicherten Pablo Cardenas fällt natürlich ein Stein vom Herzen: „Durch meine Lebensumstände ging mir einiges durch die Lappen. Jetzt bin ich wieder fit und werde mich künftig sorgfältig um meinen Papierkram kümmern. Ohne das Team des Bürgeranwaltes hätte ich nicht gewusst, was ich machen soll.“

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