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Konzern erntet harte Kritik

Tönnies wirbt noch an der polnischen Grenze um Ukraine-Flüchtlinge: „Unmoralisch und würdelos“

Das Logo von dem Fleischverarbeiter und Schlachtkonzern Tönnies.
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Der Fleischkonzern Tönnies wirbt laut einem Bericht an der polnisch-ukrainischen Grenze unter den Flüchtlingen um Arbeitskräfte. (Symbolbild)

Der Fleischkonzern Tönnies wirbt laut einem Bericht an der polnisch-ukrainischen Grenze unter den Flüchtlingen um Arbeitskräfte. Verbände und Politiker sind empört.

Przemyśl - Tönnies ist Deutschlands größter Schlachtbetrieb und offenbar auf der Suche nach neuen Arbeitskräften. Kein Wunder, der Konzern stand schon während der Corona-Pandemie wegen seines fragwürdigen Umgangs mit seinen Mitarbeiten in der Kritik. Nun versucht der Fleischkonzern laut einem Bericht des ARD-Magazins Panorama, ukrainische Flüchtlinge für seine Betriebe anzuwerben.

Ukraine-News: Tönnies wirbt um Arbeitskräfte an der Grenze

Dem Magazin liegt ein Flyer vor, der von Tönnies im polnischen Grenzort Przemyśl an die Flüchtenden verteilt wurde. Helfer an der Grenze sind dagegen besorgt, dass die Flüchtlinge durch den Ukraine-Krieg* und bei dem Chaos an der Grenze so einen Anwerbeversuch - der Flyer ist auf Deutsch verfasst - überhaupt nicht einordnen können.

Inge Bultschneider von der Interessengemeinschaft „WerkFAIRträge“, findet die Anwerbeversuche „geschmacklos“. Die Initiative setzt sich für die Verbesserung der Arbeitsverhältnisse von Migranten in der Fleischindustrie ein. „Sich am Elend zu bereichern und es als gute Tat zu verkaufen, ist in der Fleischbranche nichts Neues. 2015 bei der Flüchtlingswelle haben wir Ähnliches erlebt“, sagte Bultschneider gegenüber Panorama.

Tönnies wehrt sich gegen die Kritik: „Wir helfen den Kriegsflüchtlingen vor Ort und bieten ihnen eine Zukunftsperspektive“, sagte Unternehmens-Sprecher Fabian Reinkemeier dem Magazin. „Wir bereichern uns nicht an der Not der Flüchtlinge. Das ist eine völlig irre Aussage. Wir tarnen auch nichts als gute Tat.“

Der Konzern wehrt sich auch gegen den Vorwurf der Flüchtlingshelfer, sie würden keine Kinder oder ältere Menschen mitnehmen wollen. Wir haben vereinzelt schon Frauen mit Kindern zu uns geholt, da wir familiengeeignete Unterkünfte auf dem privaten Wohnungsmarkt für sie finden konnten“, betont Reinkemeier gegenüber Panorama

Der Fleischkonzern will Anwerbeversuche nun einstellen

Doch auch vonseiten der Politik gibt es Kritik: Filiz Polat, Migrationsexpertin der Grünen, sagte: „Es ist gut, dass Unternehmen sich für Geflüchtete offen zeigen und ihnen Arbeit anbieten. Aber Menschen, die auf der Flucht sind, noch an der Grenze einen Arbeitsvertrag unter die Nase zu halten, hat etwas Unmoralisches und Würdeloses.“

Gegenüber dem Kölner Stadtanzeiger sagte Reinkemeier, man habe nur helfen wollen: „Wir wollten nicht nur darüber sprechen, sondern machen.“ Die neuen Stellen in den Betrieben seien extra für die Geflüchteten aus der Ukraine geschaffen worden. Nun wolle man nach der geballten Kritik das Anwerben einstellen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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