Krankenkassen: Sechs Euro Zusatzbeitrag?

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Über Zusatzbeiträge bei den gesetzlichen Krankenkassen herrscht Unklarheit.

Berlin - Gesetzlich Krankenversicherte müssen sich 2010 möglicherweise auf einen Zusatzbeitrag von etwa sechs Euro im Monat einstellen. Zu Jahresanfang verzichten die meisten allerdings noch auf den Zusatzbeitrag.

Das berichtet die „Berliner Zeitung“ unter Berufung auf Berechnungen von Krankenkassen. Zugrunde gelegt wurde dabei ein nicht durch Steuermittel gedecktes Defizit in der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) von etwa 3,6 Milliarden Euro.

Rein rechnerisch ergibt sich aus diesem Minusbetrag eine entsprechende Zusatzbelastung für die Kassenmitglieder. Einen Betrag in dieser Höhe müssten die Versicherten dann unabhängig von ihrem Einkommen zahlen. Die Vorschrift, nach der niemand mehr als ein Prozent seines Einkommens für Zusatzbeiträge ausgeben muss, greift dem Bericht zufolge erst ab einem Betrag von acht Euro.

Welche Krankenkassen Zusatzbeiträge erheben werden, steht noch nicht fest. Dem Zeitungsbericht zufolge werden die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) voraussichtlich ohne Zusatzbeiträge auskommen können. Wegen des sich in der GKV für 2010 abzeichnenden Defizits von 7,5 Milliarden Euro hatten sich Bundesgesundheitsminister Rösler (FDP) und Finanzminister Schäuble (CDU) überraschend auf eine Milliarden-Finanzspritze aus Steuermitteln geeinigt.

Viele Kassen verzichten zu Jahresanfang noch auf Zusatzbeitrag

Einer Umfrage des “Kölner Stadt-Anzeiger“ (Mittwoch) zufolge, wollen die meisten gesetzlichen Krankenkassen ohne Zusatzbeiträge ins neue Jahr starten. Allerdings äußern sie sich zurückhaltend über Prognosen für das Gesamtjahr. Demnach schließen zum Beispiel die Deutsche Angestellten-Krankenkasse (DAK) und Techniker Krankenkasse, die Barmer/Gmünder Ersatzkasse sowie die AOK Rheinland/Hamburg und Sachsen-Anhalt eine Mehrbelastung für ihre Versicherten zum Jahresanfang aus. “Wir werden so lange es geht auf Zusatzbeiträge verzichten“, sagte der Vorstandsvorsitzende der AOK Rheinland/Hamburg, Wilfried Jacobs, der Zeitung.

dpa/ap

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