Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Weitere Gespräche

Verhandlungen um höhere Mindestlohn am Bau vertagt

Etwa jeder fünfte Bauarbeiter in Deutschland wird nach dem branchenspezifischen Mindestlohn bezahlt. Foto: Christophe Gateau
+
Etwa jeder fünfte Bauarbeiter in Deutschland wird nach dem branchenspezifischen Mindestlohn bezahlt. Foto: Christophe Gateau

Die Baubranche macht im Immobilienboom gute Geschäfte. Bauarbeiter haben daher deutlich höhere Löhne verdient, fordern Gewerkschaften. Erste Gespräche blieben nun ergebnislos - auch wegen einer Sonderregelung in Ostdeutschland.

Wiesbaden (dpa) - Die Verhandlungen um höhere Branchenmindestlöhne im boomenden Baugewerbe sind ohne Ergebnis vertagt worden.

Bei der ersten Gesprächsrunde in Wiesbaden gab es keine Einigung, wie die Gewerkschaft IG BAU sowie die Arbeitgeberseite mitteilten. Die Gespräche sollen nun am 23. September in der hessischen Landeshauptstadt fortgesetzt werden.

Die IG BAU fordert für die rund 820.000 Branchenbeschäftigten deutliche Lohnerhöhungen und die Einführung einer zusätzlichen Untergrenze für qualifizierte Fachkräfte im Osten. Eine konkrete prozentuale Forderung stellte die Gewerkschaft vier Monate vor dem Auslaufen des aktuellen Tarifvertrags zwar nicht. Angesichts des Immobilienbooms hatte sie im Vorfeld aber auf eine «kräftige Anhebung» gepocht.

Derzeit gilt im Bauhauptgewerbe ein bundesweiter Branchenmindestlohn von 12,20 Euro je Stunde. Für qualifizierte Beschäftigte im Westen haben Arbeitgeber und Gewerkschaften zudem eine Mindestvergütung von 15,20 Euro vereinbart - diese Stufe fehlt in Ostdeutschland. Die IG BAU will sie auch dort verankern.

Die Einführung der Mindestschwelle im Osten sei der Knackpunkt bei den Verhandlungen gewesen, sagte IG-BAU-Bundesvorstandsmitglied Carsten Burckhardt. Die Lohnuntergrenze habe sich im Westen bewährt und schütze den seriösen Wettbewerb. «Wir wollen nach 30 Jahren Mauerfall in Ost und West endlich gleiche Bedingungen haben.»

Die Verhandlungspartner der Arbeitgeberseite, der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB), gaben kein Statement ab. Aus Arbeitgeberkreisen hieß es lediglich, es habe keinerlei Annäherung gegeben.

Laut der IG BAU wird etwa jeder fünfte Bauarbeiter in Deutschland nach dem branchenspezifischen Mindestlohn bezahlt. Mit den normalen Lohntarifverhandlungen hat der 1997 eingeführte Mindestlohn nichts zu tun. Ziel sei, für tarifungebundene Unternehmen eine Untergrenze zu ziehen und Lohndumping einzuschränken, hatte IG-BAU-Verhandlungsführer Dietmar Schäfers gesagt.

Auch aus dem Ausland entsandte Arbeiter müssen auf deutschen Baustellen diesen von der Bundesregierung für allgemeinverbindlich erklärten Mindestlohn erhalten. Hier wird nach Schäfers' Einschätzung allerdings viel am Stundenzettel getrickst und vom unzureichend ausgestatteten Zoll zu wenig kontrolliert.

Viele Beschäftigte am Bau bekommen aber in ihren Betrieben mehr Geld als den Branchenmindestlohn. Die Stundenlöhne in den tarifgebundenen Betrieben beginnen bei 13,77 Euro im Osten und 16,54 Euro im Westen.

Bauindustrie zu Branchenmindestlohn

Mitteilung IG BAU

BDB Presse

HDB Presse

Kommentare