"Wachstum ist kein Selbstläufer"

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Von rechts nach links: Felix Kleinert, Mitglied des Vorstands der bayme vbm Region Südost-Bayern, Geschäftsführer NETZSCH Mohnopumpen GmbH, Waldkraiburg; Klaus Rutz, Mitglied des Vorstands bayme vbm Region Südost-Bayern, Geschäftsführer ECOLAB Engineering GmbH; Stefan Lauwitz, Mitglied des Vorstands der bayme vbm Region Südost-Bayern, Leiter der Fabrik Traunreut BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, Traunreut; Prof. Dr. Dr. h. c. Anton Kathrein, Vorsitzender der bayme vbm Region Südost-Bayern, pers. haftender Geschäftsführerender Gesellschafter Kathrein Werke KG Antennen-Electronic, Rosenheim; Frank Eberle, Geschäftsführer ALPMA Alpenland Maschinenbau GmbH Rott am Inn, Ludwig Baur, Geschäftsführer der bayme vbm Geschäftsstelle München-Oberbayern.

Rosenheim - Regionale Unternehmen sind derzeit nicht direkt von der wirtschaftlichen Krise betroffen. Das wirtschaftliche Wachstum läge hauptsächlich in der Hand der Firmen, so die bayme vbm.

Die Experten der bayme vbm kamen bei ihrer halbjährlichen Umfrage unter regionalen Unternehmen zu folgenden Ergebnissen: Die aktuelle wirtschaftliche Lage in der Metall- und Elektroindustrie sei zwar gut, in der zweiten Jahreshälfte 2011 rechne man aber mit einem langsameren Wachtumstempo.

Prof. Dr. Dr. h. c. Anton Kathrein betont dass das Wachstumstempo der wirtschaftlichen Lage in der Hand der Unternehmen liegt.

Prof. Dr. Dr. h. c. Anton Kathrein betont jedoch, dass das Wachstumstempo in der Hand der Unternehmen liegt. "Wir laufen derzeit Gefahr, die Rahmenbedinungen für das mittel- und langfristige Wachstum zu verschlechtern", so Kathrein, Vorsitzender der bayme vbm Region Südost-Bayern. Es liegt hauptsächlich in der Hand der Unternehmen, das mittel- und langfristige Wachstum zu schaffen, so die bayme vbm. Besonders zu beachten seien dabei die Energie- und Rohstoffpreise, der Fächkräftemangel und die Personalkosten.

Personalkosten

Eine Umfrage der bayme vbm ergab, dass Deutschland die höchsten Personalkosten aller anderen Industrieländer hat. Im Schnitt sind das um die 30 Prozent. Die Wirtschaftskrise führe zu einer weiteren Verschärfung dieser Situation.

Energie- und Rohstoffpreise

Die regionalen Unternehmen gaben an, dass die steigenden Energiepreise ihnen zu schaffen machten: Seit 2009 ist der Preis für Rohöl um 170 Prozent gestiegen. Durch den Ausstieg aus der Kernenergie werde der Preis mittel- und langfristig weiterhin steigen.

Größere Sorge als ein Preisnastieg beim Rohöl bereite den Unternehmen jedoch die Verfügbarkeit, wie die bayme vbm mitteilt. Deshalb fordert der Vorsitzender der bayme vbm Region Südost-Bayern, den Zugang zu Rohstoff-Quellen zu sichern. Dazu würde eine gute Beziehung zu den Quellenländern beitragen sowie die Öffnung bisher geschlossener Märkte und der Erhalt der offenen Märkte.

Fachkräftemangel

Diese regionalen Unternehmen nahmen an der Umfrage teil:

NETZSCH Mohnopumpen GmbH, Waldkraiburg

ECOLAB Engineering GmbH

BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH, Traunreut

Kathrein Werke KG Antennen-Electronic, Rosenheim

ALPMA Alpenland Maschinenbau GmbH Rott am Inn

Drei Viertel der südostbayerischen Metall- und Elektroindustrie-Firmen gaben an, dass ihre Produktions- und Geschäftstätigkeit durch fehlende Fachkräfte behindert würden. Die Unternehmen würden wesentlich mehr produzieren, wenn qualifizierte Mitarbeiter vorhanden wären. "Es mangelt vor allem an Ingenieuren, IT-Fachkräften sowie Metallfacharbeiten", so Prof. Dr. Dr. h. c. Anton Kathrein. Er fordert eine "gezielte Zuwanderung", beispielweise aus Spanien. "Dort sind Deutsch-Kurse für Ingenieure ausgebucht", sagt Kathrein.

Insgesamt sei die konjunkturelle Lage der südost-bayerischen Metall- und Elektro-Industrie sehr gut. Trotzdem müsse weiterhin aufgepasst werden, dass die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen und des Standorts nicht gefährdet sondern gestärkt wird.

mk/ro24

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