"Umwelt und Wohlstand" lautet das Ziel

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Waldkraiburg - "Hand, Herz und Verstand": Bundesumweltminister Peter Altmaier fordert eine Energiewende, bei der der Wohlstand nicht auf der Strecke bleibt. *NEU: Video*

Umweltpolitik ist auch Wirtschaftspolitik, nicht zuletzt wegen stetig steigender Energiekosten für Privathaushalte und Unternehmen. Folgerichtig war der diesjährige Gast auf dem Neujahrsempfang von IGW und IVM, den Wirtschaftsverbänden aus Waldkraiburg und Mühldorf, Bundesumweltminister Peter Altmaier. Dieser betonte die Bedeutung der Energiewende und die Rolle Deutschlands als Vorbild für andere Nationen.

"Die Energiewende ist vermutlich das wichtigste Projekt der Nachkriegsgeschichte", hob Altmaier hervor. "Hand, Herz und Verstand" seien gleichermaßen nötig für dessen Erfolg, tolle Ideen alleine hingegen reichten nicht aus. Auf dem Weg zu sauberer und bezahlbarer Energie sieht der Umweltminister drei Hürden: Technische, politische und finanzielle Probleme.

Alle deutschen Photovoltaikanlagen zusammen würden zur Hochzeit 20.000 Megawatt Strom liefern, so viel wie 20 Atomkraftwerke, und selbst nach der Abschaltung von acht Kernkraftwerken habe Deutschland immer noch mehr Energie exportiert als importiert. Daher gebe es eher zu viel Strom als zu wenig. Vielmehr komme es darauf an, die Energie für Perioden, in denen wenig erneuerbare Energie zur Verfügung steht, zu speichern und das Netz für Schwankungen stabil zu machen, erläuterte der Minister.

Neben politischen Herausforderungen, wie die Koordination der Projekte einzelner Bundesländer, stellen auch die Finanzen ein Problem dar. Es gebe viele verschiedene Projekte zur Energiewende und "wudnerbare Ideen", doch letztlich könne nicht jedes Projekt subventioniert werden, da Energie auch bezahlbar bleiben müsse. Die EEG-Umlage mache derzeit 18 Prozent vom Haushaltsstrompreis aus, was vor allem Geringverdiener und Unternehmen belaste. "Die Energiewende ist nur erfolgreich, wenn zugleich der Wohlstand erhalten bleibt", so Altmaier. Die Maxime laute daher nicht Umwelt statt Wohlstand, sondern "Umwelt und Wohlstand". Der Minister versprach eine baldige Lösung des Dilemmas: "Dazu werde ich in den nächsten Tagen konkrete Vorschläge auf den Tisch legen."

IGW Neujahrsempfang Waldkraiburg

Obwohl Deutschland nur mit drei Prozent zum weltweiten CO2-Ausstoß beiträgt, sieht hält der Umweltminister den deutschen Beitrag zur Energiewende für essentiell. Die hoch entwickelten Industrienationen hätten eine Verantwortung, Lösungen zu entwickeln. "Die meisten sagen: Wenn es einer schaffen kann, dann sind es die Deutschen", erklärte Altmaier. Deutsche Innovationen auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien würden Länder wie China und Indien schließlich gerne übernehmen.

bla

Rubriklistenbild: © bla

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