Warnstreiks in drei Bundesländern

Stuttgart - Zwei Tage vor der nächsten Tarifverhandlungsrunde hat die Gewerkschaft Verdi die Woche mit weiteren Warnstreiks im öffentlichen Dienst begonnen. Die Chancen auf eine Einigung stehen "50 zu 50".

Wenige Tage vor der entscheidenden Tarifrunde im öffentlichen Dienst haben Tausende Beschäftigte in Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern die Arbeit niedergelegt. Staatsbedienstete von Verkehrsbetrieben, Müllabfuhr, Kindergärten und Ämtern traten in einen ganztägigen Ausstand. In Stuttgart und Umgebung blieben die Busse und Bahnen bereits am frühen Morgen in ihren Depots, ebenso in Karlsruhe, Baden-Baden, Ulm und Esslingen. „Um drei Uhr waren die ersten an den Depots, haben Streikplakate aufgehängt und die Schranken runtergemacht“, sagte die Verdi-Sprecherin für Baden-Württemberg, Ursula Schorlepp. In diesen Städten werde der Nahverkehr weitgehend zum Erliegen kommen.

Die Bodensee-Fähre zwischen Konstanz und Meersburg soll den ganzen Tag nicht verkehren. Vom Ausstand betroffen sind auch Kindertagesstätten, Krankenhäuser, die Müllentsorgung sowie die Straßenreinigung. Zur Kundgebung in Stuttgart wird der ver.di-Vorsitzende Frank Bsirske erwartet.

Chancen stehen „50 zu 50“

Die Gewerkschaft fordert für die rund zwei Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst 6,5 Prozent mehr Geld, mindestens 200 Euro. Von den Warnstreiks erhoffe man sich „ein Angebot, das den Namen auch verdient“, sagte Schorlepp.

Der Verdi-Vorsitzende Frank Bsirske hat die Hoffnung auf eine Einigung noch nicht aufgegeben. Die Chancen stünden „50 zu 50“, sagte er der in Hannover erscheinenden Neuen Presse. An diesem Mittwoch und Donnerstag werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt. Ohne vernünftiges Angebot seien Urabstimmung und Streik wahrscheinlich, sagte Bsirske.

Die Dienstleistungsgewerkschaft will dann laut Bsirske „die Beeinträchtigungen für die Bürger möglichst in Grenzen halten“. Die Arbeitgeber sollten getroffen werden, nicht die Bürger. Streiken würden beispielsweise Fahrkartenkontrolleure oder die Bestücker von Fahrkartenautomaten sowie Werkstätten. Bsirske schließt auch einen gemeinsamen Arbeitskampf mit der IG Metall nicht aus, die ebenfalls gerade in schwierigen Tarifverhandlungen ist. „Dann wären die beiden größten Branchen zeitgleich im Streik. Das hat es in Deutschland noch nie gegeben“, sagte er.

dpa/dapd

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