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Wegen Krankheit: Infineon-Chef tritt zurück

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Der Vorstandsvorsitzende des Halbleiterproduzenten Infineon Technologie : Peter Bauer .

Neubiberg - Lange Jahre hat Peter Bauer den Halbleiterkonzern Infineon durch schwierige Zeiten navigiert. Im Herbst gibt er den Vorstandsvorsitz aus gesundheitlichen Gründen auf - schweren Herzens.

Infineon wird nach dem überraschenden Rückzug von Vorstandschef Peter Bauer von einem kleinerem Vorstand gesteuert. Der Kurs, den der Manager dem einstigen Sorgenkind verordnet hat, soll aber der gleiche bleiben. Bauer hatte den Halbleiterhersteller in den vergangenen Jahren gerettet und vom Kopf auf die Füße gestellt.

So jemand, sagt ein Insider am Tage nach der plötzlichen Rücktrittsankündigung Bauers vom Sonntag, sei kaum zu ersetzen. Bauers Nachfolger, der bisherige Technikvorstand Reinhard Ploss, übernimmt im Oktober das Ruder, damit schrumpft der Vorstand um einen Posten, manche Aufgaben werden dann auf der Ebene unterhalb des Gremiums gemanaged, sagte ein Sprecher am Montag in München.

Bauer hatte am Sonntag aus gesundheitlich Gründen das Ende seiner Laufbahn bei Infineon angekündigt. Ungewöhnlich offen teilte der Konzern die tragische Krankheitsgeschichte des Managers mit, der als leidenschaftlicher Motorradfahrer und Bergsteiger als sehr sportlich und agil bekannt ist.

Bauer leidet unter der Knochenschwundkrankheit Osteoporose. “Meinen Anspruch, Infineon als Vorsitzender des Vorstandes mit uneingeschränktem Einsatz jederzeit zu leiten und in die Zukunft zu führen, kann ich auf Dauer nicht mit meiner Krankheit vereinbaren“, erklärte Bauer in der Mitteilung.

Der Schritt sei ihm schwer gefallen, schreibt Bauer. Und das dürfte untertrieben sein. Bauer ist ein ausgewiesener Fachmann in der Halbleitertechnik. Von Anfang an hatte er das Unternehmen begleitet, das 1999 durch die Ausgründung des Siemens-Halbleiterbereichs entstanden und 2000 an die Börse gegangen war.

Bauer wurde 2008 Chef. Unter seiner Führung schaffte Infineon den Weg aus der Krise, zu deren Tiefpunkten die Pleite der Speicherchiptochter Qimonda 2009 gehörte - beinahe riss deren Ende den gesamten Konzern mit in die Tiefe. 2010 machte zudem ein Machtkampf an der Spitze des Aufsichtsrates dem Chiphersteller schwer zu schaffen.

Doch Bauer hielt durch. Der Elektrotechniker verordnete dem Dax-Konzern einen nicht immer schmerzfreien Umbau und eine strikte Neuausrichtung auf die Geschäftsfelder Auto-, Industrie- und Sicherheitschips. Er macht Infineon kleiner und besser.

Ploss übernimmt ein Unternehmen, das viel stabiler ist, als es vor wenigen Jahren absehbar war. Der Konzern ist unabhängiger von Schwankungen auf den wechselhaften Halbleitermärkten.

dpa

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