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Container-Stau in Häfen weltweit

Weihnachten in Gefahr? Lieferengpässe bedrohen auch deutschen Einzelhandel

Container stehen gestapelt auf einem Terminal im Hamburger Hafen.
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Container stehen gestapelt auf einem Terminal im Hamburger Hafen.

Weihnachten rückt näher und in diesem Jahr sollte man sich wohl besonders früh Gedanken um die Geschenke machen. Lieferengpässe könnten das Weihnachtsgeschäft gefährden.

München - Was wäre ein Weihnachtsfest ohne Plätzchen und jede Menge Geschenke? Doch ausgerechnet um das Weihnachtsgeschäft steht es 2021 offenbar schlecht - zum großen Leid des ohnehin durch die Coronavirus*-Krise gebeutelten Einzelhandel. Wie aus einem Bericht des Handelsblatts hervorgeht, drohen die Versorgungsketten zwischen den europäischen Nordseehäfen und dem Hinterland abzureißen. Erst am Dienstag hat auch die Elektronikkette MediaMarktSaturn vor Lieferengpässen bei wichtigen Produktgruppen zu Weihnachten gewarnt.

Lieferengpässe bringen das Weihnachtsgeschäft in Gefahr

Ein Dominoeffekt bringt jetzt offenbar das Weihnachtsgeschäft insgesamt in Gefahr. Ausgelöst wurde er durch zwei Entwicklungen:

  • Das „Ever Given“-Drama*: Am 23. März war das Containerschiff im Suezkanal auf Grund gelaufen. Sechs Tage lange blockierte es die wichtige Schiffahrtsstraße zwischen Asen und Europa. Rund 400 Schiffe mussten wegen der Blockade auf Durchfahrt waren. Erst am 29. März gelang es schließlich, das Schiff wieder flottzumachen.
  • Hafenschließungen in China*: Die Coronavirus-Pandemie veranlasste den Global Player den Hafen Yantian dichtzumachen. Der Hafen der Millionenmetropole gilt als der viertgrößte Containerhafen der Welt. Auch hier stauten sich die Schiffe.

„Nicht mehr pünktlich geliefert“ zu Weihnachten - Engpässe betreffen Endkunden

Nun stapeln sich die Container und Importeure wie etwa Oliver Guttmann klagen darüber, ihre Frachter aus den Häfen nicht mehr herauszubekommen. „Manche Artikel werden deshalb zum Fest wohl nicht mehr pünktlich und vollständig geliefert“, sagte er gegenüber dem Handelsblatt. Etliche andere Schiffe warten indes auf eine Abfertigung, wie Kawus Khederzadeh, Geschäftsführer der Rethmann-Tochter Contargo, gegenüber der Zeitung sagte.

Die steigenden Kosten wie etwa Hafengebühren, die für die Unternehmen dadurch entstehen, muss dann der Endkunde auf sich nehmen. Schnäppchen dürften im Weihnachtsgeschäft 2021 demnach wohl rar sein. „Wir werden Teuerungsraten von zehn bis 15 Prozent sehen“, so die Prognose von Guttmann gegenüber dem Handelsblatt. Auch die Vielfalt der Produkte leide ihm zufolge unter den Engpässen.

Engpässe gefährden das Weihnachtsgeschäft - „Es wird noch schlimmer, bevor es besser wird“

Eine Entspannung der Lage scheint vorerst nicht in Sicht. Weltweit stauen sich die Container, so beispielsweise auch in den USA, wie Medienbericht zu entnehmen ist. „Es wird noch schlimmer, bevor es besser wird“, so äußerte sich Brian Bourke gegenüber der Washington Post diesbezüglich. Er ist Chief Growth Officer von SEKO Logistics. Globale Lieferketten seien dafür nicht gebaut. „Alles bricht zusammen“, so Bourke.

Eine ähnliche Einschätzung traf auch Logistikriese Kühne + Nagel. Dem Chef des Logistikkonzerns, Detlef Tretzger, zufolge werden die Engpässe im globalen Lieferverkehr noch weit bis in das nächste Jahr 2022 andauern. Mindestens bis zum chinesischen Neujahrsfest Anfang Februar könne sich das Risiko verstopfter Häfen und Terminals noch erhöhen. Das sagte Tretzger dem Spiegel Ende September. Erst im Sommer oder Herbst sei wohl mit einer Normalisierung der Lage zu rechnen.

Verbraucher werden die angespannte Lage bei Warenbestellungen nicht immer zu spüren bekommen, so Trefzger. Viele Einzelhändler hätten ihr Lager ihm zufolge deutlich stärker gefüllt als noch vor zwei Jahren. „Wer aber nicht saisonale Ware verschenken will, etwa ein Elektrofahrrad, für den kann ich nur hoffen, dass seine Bestellung schon draußen ist“, so Trefzger gegenüber der Zeitung. (mbr) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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