Debatte um "Chancenkonto"

Wirtschaft kritisiert Schulz' "Zukunftsplan"

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Im Zukunftsplan von Martin Schulz ist ein "Chancenkonto" zugunsten von Weiterbildung und Existenzgründung vorgesehen. Foto: Bernd von Jutrczenka

Berlin (dpa) - Die Wirtschaft übt scharfe Kritik am sogenannten Zukunftsplan von SPD-Kanzlerkandidat Martin Schulz. Im Zentrum steht das versprochene "Chancenkonto", ein Guthaben von bis zu 20.000 Euro für jeden Bürger zugunsten von Weiterbildung und Existenzgründung.

"Das Chancenkonto ist nicht gedeckt", sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). "Es geht ins Geld und die Finanzierung ist völlig unklar." Außerdem sollten Förderinstrumente gezielt am Bedarf ausgerichtet und nicht nach dem Gießkannenprinzip eingesetzt werden. "Wer konkret Hilfe benötigt, hat schon heute viele Förderinstrumente zur Auswahl", sagte Kramer.

Ähnlich argumentierte der Vize-Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Achim Dercks. "Die Unternehmen fürchten, dass sie dieses Geld zwar aufbringen müssen, aber keinen Einfluss darauf haben, wohin es fließt", führte er im "Handelsblatt" weiter aus. "Wenn nicht die Unternehmen über berufliche Aus- und Fortbildung entscheiden, besteht die Gefahr, dass wir mit hohem finanziellen und organisatorischem Aufwand Menschen am Bedarf der Betriebe vorbei qualifizieren."

Schulz verteidigte seinen Plan. Statt eines Status quo unter Merkel biete seine Partei ein Zukunftsprogramm, das Gerechtigkeit in den Mittelpunkt stelle, sagte Schulz bei einem Leserforum der "Stuttgarter Zeitung" und "Stuttgarter Nachrichten" am Montagabend.

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