Das Potenzial ist groß

Wirtschaftsinstitut: Rente mit 69 unumgänglich

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Rentner sitzen in Pillnitz nahe Dresden auf einer Parkbank.

Berlin - Das Institut der Deutschen Wirtschaft hält die Erhöhung des Rentenalters auf 69 Jahre für unumgänglich. Anders sei der demografische Wandel nicht zu bewältigen. Außerdem gehe es um verschwendetes Potenzial.

Die deutsche Wirtschaft kann den demografischen Wandel nur bewältigen, wenn ältere Arbeitnehmer besser und länger ins Berufsleben einbezogen werden. Das sagte der Chef des Unternehmensnahen Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), Michael Hüther, am Montag dem „Handelsblatt“. Ältere Mitarbeiter hätten oft mehr Erfahrung und Wissen als junge, sagte er im Vorfeld des zweiten Demografiegipfels der Bundesregierung am Dienstag. „Um das zu nutzen, müssen wir sie aber kontinuierlich weiterbilden - über das gesamte Arbeitsleben. Die Personalmanager müssen sehr viel differenzierter die jeweilige soziale, familiäre, Bildungs- und Alterssituation beachten.“

Durch den Abschied vom Vorruhestand und durch eine positivere Einstellung in den Betrieben gebe es heute schon viel mehr aktive Ältere, sagte Hüther. Wichtig sei, dass Menschen sich ihre Arbeitszeit über das gesamte Berufsleben hinweg besser einteilen könnten. Wer demnächst bis 67 im Job bleibe und 40 oder mehr Jahre arbeite, brauche Phasen, in denen er von zu Hause arbeiten könne, um zum Beispiel Kinder zu betreuen.

"Wir müssen sehr bald über die Rente mit 69 reden"

Trotz aller Maßnahmen werde man aber um eine weitere Erhöhung des Renteneintrittsalters nicht herumkommen, sagte der IW-Chef: „Wir müssen sehr bald über die Rente mit 69 reden - schon deshalb, damit die Menschen sich darauf einstellen können. Jedes Jahr, um das wir das Rentenalter hinausschieben, erhöht das Erwerbspersonenpotenzial um gut eine Million Menschen.“

Beim zweiten Demografiegipfel der Bundesregierung sollen am Dienstag erste Ergebnisse der neun Arbeitsgruppen zu ausgewählten Themenschwerpunkten der Demografiestrategie vorgestellt werden. Dabei geht es unter anderem um selbstbestimmtes Leben im Alter, die Bedeutung der Familie, lebenslange Bildung und eine bessere Integration ausländischer Fachkräfte. In den Arbeitsgruppen arbeiten Vertreter aller staatlichen Ebenen, der Sozialpartner, der Verbände, der Wissenschaft und der gesellschaftlichen Gruppen zusammen. An dem Treffen in Berlin werden auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) teilnehmen.

kna

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