Zehn Bahn-Manager unter Korruptionsverdacht

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Frankfurt/Berlin - Bei der Deutschen Bahn AG stehen zehn Manager der Tochtergesellschaft DB International unter Schmiergeldverdacht.

Die Angestellten werden verdächtigt, für Aufträge zu Ingenieursdienstleistungen in verschiedenen afrikanischen Staaten und Griechenland Amtsträger geschmiert zu haben, bestätigte die Frankfurter Oberstaatsanwältin Doris Möller-Scheu einen Bericht der “Süddeutschen Zeitung“ (Dienstag). Es handele sich um zwei frühere Geschäftsführer und acht Mitglieder des mittleren Managements. Die Bahn hatte bereits am Freitag von dem Korruptionsfall in den eigenen Reihen berichtet. Das Unternehmen nimmt laut Staatsanwaltschaft eine aktive Rolle im Kampf gegen die Unregelmäßigkeiten ein.

Keine Angaben machte Möller-Scheu zur Höhe der mutmaßlichen Schmiergelder, die von der Bahn selbst auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag taxiert worden sind. Es müsse zunächst geprüft werden, ob in den ausgewiesenen “besonderen Ausgaben“ auch legale Beraterhonorare enthalten waren. Die verdächtigen Zahlungen sollen bis ins Jahr 2005 zurückreichen. Die Ermittlungen gegen die Gruppe waren beim Geldwäscheverdacht gegen einen der Manager in Köln ausgelöst worden. Daraufhin hatte die Bahn interne Ermittlungen aufgenommen, in der Folge die Strafverfolger informiert und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG eingeschaltet. Am vergangenen Mittwoch hatte die Frankfurter Staatsanwaltschaft selbst Büros und Geschäftsräume durchsuchen lassen. Die Beschuldigten seien kurz angehört, ansonsten aber noch nicht vernommen worden, sagte Möller-Scheu. Es wurde zunächst niemand festgenommen.

dpa

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