Auch bei Fernwärme sollte Preisanpassung transparent sein

+
Fernwärmekunden können überhöhte Preise über die vertragliche Preisanpassungsklausel anfechten. Die Versorger sind verpflichtet, Kostensenkungen an ihre Kunden weiterzugeben.

Wer Fernwärme bezieht, sollte von Kostensenkungen ebenso profitieren wie Gaskunden. Preisanpassungsklauseln in den Verträgen ermöglichen Kunden, erhöhten Preisen den kampf anzusagen.

Leipzig - Bei Verträgen mit Gasversorgern gilt: Preisanpassungsklauseln müssen für Kunden transparent, verständlich und nachvollziehbar sein. Außerdem müssen sie unter anderem eine Verpflichtung zur Weitergabe auch von Kostensenkungen enthalten.

Diese Vorgaben des Bundesgerichtshofs (BGH) lassen sich nach Ansicht der Verbraucherzentrale Sachsen auch auf Preisanpassungsklauseln in Fernwärmeverträgen übertragen. Das heißt: Eigentümer, die ihr Haus mit Fernwärme heizen, können sich im Zweifel gegen überhöhte Preise zur Wehr setzen.

Gemäß der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs können sie den Verbraucherschützern zufolge bei zu Unrecht erfolgten Preiserhöhungen Rückforderungsansprüche für die letzten drei Jahre geltend machen. Zurückgefordert werden können also die Preisanpassungen bis einschließlich der Jahresabrechnung 2012. Das gilt auch, wenn Kunden zuvor nie einer Preiserhöhung widersprochen haben. Gleichzeitig sollten sie aktuellen Preiserhöhungen für die Zukunft widersprechen.

Mieter, deren Wohnung mit Fernwärme beheizt wird, können sich allerdings nicht selber an den Versorger wenden. Denn sie haben in der Regel keinen eigenen Vertrag mit dem Versorger abgeschlossen. In diesem Fall können sie nur an ihren Vermieter herantreten und ihn auffordern, dass er Widerspruch gegen die ihm gegenüber erfolgte Preiserhöhung einlegt.

dpa

Zurück zur Übersicht: Wohnen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Live: Top-Artikel unserer Leser