Coronavirus/Covid-19

Liefern Amazon, DHL und Hermes überhaupt noch Pakete zu mir nach Hause?

Wie gehen die Lieferdienste mit dem Coronavirus um?
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Wie gehen die Lieferdienste mit dem Coronavirus um?

Aufgrund des Coronavirus müssen Menschen weltweit mit vielen Einschränkungen leben. Wie sieht es mit den Lieferdiensten aus? Werden meine Pakete noch zugestellt?

  • Ausgangsbeschränkungen wegen des Coronavirus sorgen in Deutschland für Verunsicherung.
  • Viele Menschen bestellen nun online, aber fragen sich: Werden meine Pakete geliefert?
  • Wir haben zusammengefasst, wie Amazon, DHL, Hermes & Co. mit der Situation umgehen.

Wegen des Coronavirus* gelten nun in ganz Deutschland Ausgangsbeschränkungen, die das Verlassen der eigenen vier Wände auf ein Minimum beschränken. Der Gang zum Supermarkt, zum Arzt oder in die Arbeit sind noch erlaubt. Wer jedoch in den Elektrohandel oder den Baumarkt will, steht vielerorts vor verschlossenen Türen. Kein Wunder, dass viele Verbraucher dass Nötigste nun online bestellen möchten. Aber stellen die Lieferdienste noch völlig normal Pakete zu?

Coronavirus: So läuft jetzt der Versand über Deutsche Post DHL

Wie die Deutsche Post DHL auf ihrer Website erklärt, gibt es keine wesentlichen Einschränkungen der Dienstleistungen in Deutschland. Beim internationalen Versand müssten Kunden jedoch auf Laufzeitverzögerungen oder Einschränkungen gefasst sein. Paketsendungen nach China, Hongkong und Macao können zum Beispiel derzeit nicht durchgeführt werden - Briefsendungen seien noch möglich.

Weitere Änderungen gibt es bei der Annahme und Abgabe von Sendungen: Bei der Übergabe von Paketen und Übergabeeinschreiben wird momentan auf die Unterschrift des Empfängers verzichtet. Die Zusteller dokumentieren die erfolgreiche Auslieferung mit der eignen Unterschrift. Zudem empfehlen die Deutsche Post DHL, dass Kunden einen Ablageort* für das Paket festlegen oder direkt an Packstationen adressieren sollen, um den Kontakt auf ein Minimum zu beschränken.

Amazon priorisiert Produkte mit hoher Nachfrage

Wie ein Amazon-Sprecher dem britischen Independent erklärte, konzentriert sich der Online-Versandriese bei Sendungen derzeit auf Medikamente oder Produkte mit hoher Nachfrage. Andere Produkte von unabhängigen Händlern sollen zeitweise nicht mehr angenommen werden: "Wir werden vorübergehend in unseren Auftragszentren Haushaltswaren, medizinische Versorgung und andere stark gefragte Produkte priorisieren, um diese schneller erhalten, nachfüllen und versenden zu können", heißt es.

In Italien und Frankreich beschränkt sich Amazon sogar nur noch auf unverzichtbare Waren wie Babyprodukte, Gesundheits- und Haushaltsprodukte, Lebensmittel, Körperpflege- und Schönheitsprodukte sowie Industrie-, Wissenschafts- und Haustierbedarf. Bisher gibt es keine Anzeichen, dass der Online-Händler in Deutschland ähnlich verfahren wird.

Was die Zustellung selbst angeht, so werden viele Amazon-Pakete über die Deutsche Post DHL, Hermes, UPS oder PIN versendet. Hier wird die Übergabe an die Empfänger wohl nach den aktuellen Richtlinien des jeweiligen Lieferdienstes stattfinden. Was Amazons eigenen Lieferdienst Amazon Logistics betrifft, erklärt ein Sprecher gegenüber unserer Redaktion: "Wir haben die Zustellung verändert, um einen sicheren Abstand zwischen Fahrern und Kunden bei Lieferungen zu gewährleisten."

Coronavirus: So passt sich Hermes an die aktuelle Lage an

Hermes verzeichnet derzeit keine Einschränkungen oder Verzögerungen beim Versand von Paketen innerhalb Deutschlands. Allerdings könne es auf innereuropäischen Transportwegen aufgrund von Grenzkontrollen zu Verzögerungen kommen. Nach Albanien, Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien, Estland, Lettland, Litauen, Zypern und Griechenland finden derzeit keine Transporte statt.

Pakete könnten weiterhin an der Haustür und ohne persönlichen Kontakt ausgeführt werden, indem Kunden einen Wunschablageort angeben. Der Lieferdienst will außerdem bis spätestens Dienstag, den 24. März einen Sendungserhalt per Fotonachweis anbieten, sodass die Unterschrift auf dem Scanner entfällt. Zudem geht Hermes davon aus, dass 70 bis 80 Prozent der Paketshops weiterhin geöffnet bleiben, da sie in Einrichtungen für die Grundversorgung integriert sind. Allerdings könne es hier zu Warteschlagen kommen, warum Kunden engen Kontakt vermeiden sollten. Geschlossene Paketshops werden bis zum 30. April nicht mehr in den Paketshop-Finder-Funktionen angezeigt.

Auch interessant: Verpackungswahn: Warum sind Pakete von Amazon & Co. ständig zu groß?

Diese Vorkehrungen trifft DPD bezüglich des Coronavirus

Auch DPD erklärt, dass es bisher keine bekannten Einschränkungen beim Paketversand innerhalb Deutschlands gibt. Pakettransporte ins europäische Ausland werden weiterhin durchgeführt, allerdings kann es auch hier aufgrund von Grenzkontrollen - vor allem bei Paketen aus oder nach Frankreich, Italien, Österreich oder Polen - zu Verzögerungen kommen.

Bei der Paketzustellung verzichtet DPD ebenfalls auf die persönliche Quittierung und weist daraufhin, dass kleine, flache Pakete, die in den Briefkasten passen, dort abgelegt werden. Paketempfänger können außerdem ein Abstell-Okay erteilen, sodass der Zusteller* das Paket ohne Kundenkontakt in der Garage, im Gartenhäuschen oder vor der Wohnungstür platzieren kann.

Die Abgabe und Abholung von Paketen im DPD-Paketshop-Netzwerk ist momentan für kurze Zeit ausgesetzt, bis mit den Shop-Betreibern geklärt ist, welche Standorte weiterhin nutzbar sind. Auch die Zustelloptionen "Wunsch-Paketshop" und "Wunsch-Nachbar" stehen derzeit ebenfalls nicht zur Verfügung.

Versand über GLS in Zeiten des Coronavirus

GLS weist auf Anfrage des News-Portals T-Online ebenfalls daraufhin, dass bei Waren aus dem Ausland längere Laufzeiten aufgrund von Grenzkontrollen möglich sind. Außerdem reagiert das Unternehmen nach eigenen Aussagen flexibel auf veränderte örtliche Begebenheiten in Deutschland, falls Gebiete, Straßen oder Standorte gesperrt sein sollten.

Bei der Zustellung der Pakete setzt der Lieferdienst derzeit auch auf reduzierte Kontakte und händigt Empfängern die Sendung ohne Unterschrift aus. Stattdessen dokumentiert der Zusteller mit eigener Unterschrift, dass die Sendung erfolgreich abgeschlossen wurde. Zudem können Kunden dem Lieferdienst eine Abstellerlaubnis erteilen und dabei einen Ort definieren, an dem das Paket abgelegt werden darf.

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Und muss Amazon doch seine Lieferungen einschränken? Ein Gerichtsurteil hat bereits enorme Folgen.

Neue Zustell-Formen: So landen Pakete beim Empfänger

Pakete bequem empfangen: Über die Packstation können DHL-Kunden rund um die Uhr Sendungen abholen, aber auch frankierte Sendungen verschicken. Foto: Deutsche Post DHL Group
Pakete bequem empfangen: Über die Packstation können DHL-Kunden rund um die Uhr Sendungen abholen, aber auch frankierte Sendungen verschicken. © Deutsche Post DHL Group
Damit der Paketbote - hier von Hermes - nicht vor verschlossener Tür steht, können Kunden bei ihrer Online-Bestellung in der Regel einen Wunschtermin oder eine Wunschadresse angeben. Foto: Hermes Europe GmbH
Damit der Paketbote - hier von Hermes - nicht vor verschlossener Tür steht, können Kunden bei ihrer Online-Bestellung in der Regel einen Wunschtermin oder eine Wunschadresse angeben. © Hermes Europe GmbH
Damit die Sendung schnell beim Empfänger ankommt: Im Depot ordnen die Sortieranlagen die Pakete automatisch dem richtigen Zustellungsort zu - wie hier beim Paketdienstleister GLS. Foto: GLS
Damit die Sendung schnell beim Empfänger ankommt: Im Depot ordnen die Sortieranlagen die Pakete automatisch dem richtigen Zustellungsort zu - wie hier beim Paketdienstleister GLS. © GLS
Über das Smartphone einen Wunschtermin für die Paket-Zustellung eingeben. Dies ist bei dem Paketdienstleister DPD, aber auch bei anderen Anbietern möglich. Dafür müssen sich Kunden in der Regel vorher online auf der Seite des Anbieters registrieren. Foto: DPD
Über das Smartphone einen Wunschtermin für die Paket-Zustellung eingeben. Dies ist bei dem Paketdienstleister DPD, aber auch bei anderen Anbietern möglich. Dafür müssen sich Kunden in der Regel vorher online auf der Seite des Anbieters registrieren. © DPD
Direkt neben der Haustür ein Kasten für Pakete und größere Sendungen: Noch in diesem Jahr soll das sogenannte Parcellock System auf den Markt kommen - der Anbieter GLS, sowie die Konkurrenten Hermes und DPD haben sich dafür zusammengeschlossen. Empfänger können die Kästen über einen versendeten TAN-Code öffnen. Foto: ParcelLock/Adam Drobiec
Direkt neben der Haustür ein Kasten für Pakete und größere Sendungen: Noch in diesem Jahr soll das sogenannte Parcellock System auf den Markt kommen - der Anbieter GLS, sowie die Konkurrenten Hermes und DPD haben sich dafür zusammengeschlossen. Empfänger können die Kästen über einen versendeten TAN-Code öffnen. © Adam Drobiec

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