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Der Traum vom Eigenheim: für viele Familien ausgeträumt

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Von: Andrea Schmiedl

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Modellhaus und Hausschlüssel auf Kaufvertrag
Für immer mehr Menschen platzt der Traum, eine eigene Immobilie zu erwerben. © pixabay

Ein Haus zu bauen, ist eine Lebensentscheidung. Vielen Menschen in Bayern und der Region bleibt dieser Schritt verwehrt. Rasante Preissteigerungen am Bau und bei den Energiekosten, steigende Zinsen und die Inflation - Für den Traum von der eigenen Immobilie muss man immer tiefer in die Tasche greifen. Für Viele hat es sich deshalb ausgeträumt. Habt Ihr auch Erfahrungen mit diesem Thema gemacht? Erzählt uns Eure Geschichte.

Baustoffmangel, fehlende Handwerker und hohe Grundstückspreise: Wer aktuell ein Haus bauen will, hat es deutlich schwerer als früher. Hinzu kommt seit Kurzem ein deutlicher Anstieg bei den Bauzinsen, der die Finanzierung der Wunschimmobilie deutlich teurer macht.

Kosten explodieren: Finanzierung oft nicht mehr zu stemmen

Einen wahren Zinsschock hat es Anfang 2022 gegeben. Seitdem sind die Bauzinsen massiv gestiegen. Für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung steht man mittlerweile im Schnitt bei 2,7 Prozent. Von Mitte 2019 bis Ende 2021 waren es weniger als ein Prozent. Bei den Krediten mit 15-jähriger Zinsbindung geht es aktuell natürlich noch weiter nach oben, da ist die Drei-Prozent-Marke bereits überschritten.

Auch viele Baumaterialien, wie Holz oder Stahl, verteuerten sich nach Angaben des Statistischen Bundesamtes innerhalb eines Jahres drastisch - teilweise um bis zu 77 Prozent. Neben den steigenden Bauzinsen ist das ein zusätzliches Problem für Leute, die selbst bauen oder eine bestehende Immobilie sanieren wollen. Zumal auch die dafür nötigen Handwerker immer schwieriger zu finden sind.  

Für Viele sei der Traum vom Eigenheim ausgeträumt, wenn man nicht erben oder ein Grundstück aus dem Familienbesitz übernehmen kann, heißt es von Seiten des Verbands Wohneigentum. Und das, obwohl sich laut VWE-Präsident Manfred Jost gerade in der Corona-Pandemie mit dem Wegbruch vieler Strukturen der Stellenwert des Eigenheims als stabilisierender, persönliche Entfaltungsmöglichkeiten bietender Rückzugsort gezeigt habe, der zunehmend gefragt sei.

Bruckmühl: Traum vom Hausbau wird zum Alptraum

Vor Kurzem haben wir in einem Artikel über ein „Soziales Wohnbauland-Programm in Bruckmühl” berichtet, bei dem die Inflation aktuell die soziale Rangliste aushebelt, die die Marktgemeinde in ihrem Programm festgeschrieben hat. Für die Vergabe der 13 Parzellen wurde ein spezielles Punktesystem angewandt, bei dem die sozialen Komponenten wichtigstes Kriterium waren. Punkte gab es unter anderem für Ortsansässigkeit, Ehrenamt oder Zahl der Kinder. Junge einheimische Familien mit mehreren Kindern, aber wenig Verdienst und kaum Vermögen standen also auf der Rangliste ganz oben.

93 Familien hatten sich für das soziale Wohnbauland-Programm beworben. Und sollten wie gesagt eigentlich die kinderreichen Familien mit dem wenigsten Einkommen und Vermögen die Parzellen der Marktgemeinde erhalten, dreht sich die Reihenfolge nun um. Von den auserwählten Familien mussten 18 bisher auf ihren Traum vom eigenen Haus verzichten. Sie können sich unter den derzeitigen Gegebenheiten einfach keinen Hausbau mehr leisten.

Der (Alp-)traum vom Haus: Schickt uns Eure Erfahrungsberichte

Neben Inflation und steigenden Baukosten kann vor allem die Zinserhöhung für Kreditnehmer und Hausbauer bedrohliche Folgen haben, für potenzielle Immobilieninteressenten bedeutet es häufig, gar nicht weiter suchen zu müssen. Der Traum ist geplatzt. Wie ist es bei Euch? Wart Ihr selbst schon betroffen? Wolltet Ihr eine Immobilie kaufen und musstet es erst mal sein lassen? Oder habt Ihr bereits gekauft und habt jetzt vielleicht Angst, Euer Haus wieder zu verlieren? Dann schildert uns Eure Erlebnisse und Erfahrungen. Oder habt Ihr Tipps und Tricks für andere (potenzielle) Häuslebauer? Vielleicht könnt Ihr diese Probleme auch überhaupt nicht nachvollziehen? 

Schreibt uns Eure Erfahrungsberichte per E-Mail an leserbriefe@ovb24.de (Kennwort: „Traum vom Haus“ im Betreff). Bitte sendet uns neben Euren Texten auch Euren Namen und Euren Wohnort – und am besten auch ein Foto von Euch. Die Redaktion veröffentlicht Eure Leserbriefe samt Namen und Wohnort anschließend in einem entsprechenden Artikel

Anm. der Red.: Die Redaktion behält sich vor, Zuschriften entsprechend zu kürzen oder die Veröffentlichung gegebenenfalls ohne Angabe von Gründen zu verweigern.

as

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