Feiern, nacktbaden, grillen: Auf Balkonien ist viel erlaubt

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Berlin - Endlich schönes Wetter. Die Sonne genießen, feiern, nacktbaden auf Balkon und Terrasse ist mehr erlaubt als so manche Bürger denken.

Zum Beispiel dürfen Mieter auch Blumen pflanzen, Sichtschutz montieren, sich draußen unterhalten oder rauchen. Und sogar grillen, und das nicht nur auf dem obersten Balkon der Dachwohnung, wie Ulrich Ropertz, Sprecher des Deutschen Mieterbunds in Berlin betont. Doch wenn die Wurst schön brutzelt, der Rauch zum Nachbarn zieht und vielleicht noch laut gelacht wird, gibt es Jahr für Jahr wieder erbitterten Streit. Meist über Lärm und Gerüche, aber auch über Wäschespinnen und Blumenkästen. “Rücksicht und Toleranz sind das beste Rezept, um Ärger von vornherein zu umgehen“, sagt Ropertz. Auch Alexander Wiech von der Eigentümergemeinschaft Haus & Grund rät, die Nerven der Mitbewohner nicht zu strapazieren. Was ist eigentlich auf dem eigenen Balkon erlaubt? Und wann hat der Nachbar wirklich ein Wörtchen mitzureden?

Was sagt das Mietrecht?

Wer eine Wohnung oder ein Haus mit Balkon hat, darf diesen grundsätzlich so nutzen wie er will. Er gehört zur Bleibe dazu. Das gilt auch für Terrasse oder Garten. Das heißt: Der Mieter oder Eigentümer kann dort Stühle, Bänke, Tische oder Sonnenschirme aufstellen. Er darf sein kleines Reich begrünen, Rankgitter montieren, Sichtschutz und Blumenkästen am Geländer anbringen, auch außen, solange sie richtig befestigt sind. Er darf am Balkon die Wäsche trocknen, Gäste empfangen, mit Freunden zusammen sitzen, Kaffee trinken, reden, lachen und auch rauchen. Sogar gegen Nacktbaden ist grundsätzlich nichts einzuwenden.

Wann dürfen Nachbarn meckern?

Die Grenze der freien Verfügung ist immer dann erreicht, wenn Nachbarn gestört oder die Rechte des Hauseigentümers beeinträchtigt werden, so der Mieterbund. Wer den Balkon am späten Abend als Disco nutzt oder in einen Schrottplatz verwandelt, muss sich Beschwerden gefallen lassen, weil das keine vertragsgemäße Nutzung der Mietsache mehr ist. Schimpft der Nachbar unten über wuchernde Pflanzen, die stark über die Brüstung hinaus wachsen und für Schatten und Dreck von oben sorgen, muss der Blumenfreund die Blütenpracht stutzen. Nachbarn müssen es dagegen dulden, wenn hin und wieder ein Blatt auf den Balkon darunter fällt oder der Bewohner nebenan im Freien raucht.

Wie steht es ums Grillen?

Auf Balkon, Terrasse und im Garten darf nach Herzenslust gegrillt werden - solange es nicht ausdrücklich im Mietvertrag verboten ist. Und solange der Rauch vom Holzkohlegrill nicht in Nachbarwohnungen zieht und stört. Bislang entschieden die Gerichte in der nationalen Streitfrage “Grillen, ja oder nein und wie oft?“ eher großzügig. Mal gaben Richter ganz praktische Tipps, wie sich mit Aluschalen und Folie die Qualmentwicklung in den Griff kriegen lässt. Mal erwarteten sie von verärgerten Nachbarn schlicht mehr Toleranz. Zeitliche Vorgaben, dass man beispielsweise nur ein Grillvergnügen pro Monat haben darf, seien reine Einzelfallentscheidungen, betont Ropertz. Haus & Grund empfiehlt, auf Balkonen von Mehrfamilienhäusern aus Rücksicht nur Elektrogrills zu verwenden.

Was ist mit Lärm?

Hartnäckig halten sich Gerüchte wie: Jeder Bürger habe ein Recht auf Lärm und dürfe einmal im Monat oder drei Mal im Jahr so richtig auf die Pauke hauen. “Das gehört ins Reich der Märchen“, sagt Ropertz. Was allein zählt, und zwar ohne Ausnahme, sind die Landesimmissionsschutzgesetze. Und die schreiben klipp und klar vor: Ab 22.00 Uhr muss Schluss sein mit Lärm. Dann beginnt die Nachtruhe. Fenster und Türen gehören zugemacht. Dann darf aber auch drinnen nicht mehr lautstark weitergefeiert werden.

dapd

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