Feuchte Mauern trocken legen

Thüringen - Aufsteigende Feuchtigkeit verursacht nasse Keller und oftmals auch Salzschäden oder Schimmelpilz-Befall. Die Folge: ein ungesundes Klima. Mehrere Verfahren zur Trockenlegung stehen zur Auswahl.

Die Verbraucher Zentrale Thüringen berichtet zu ihrem Leidwesen, dass aber nicht alle funktionieren.

Grundsätzlich gelte, dass es keine beste Methode gebe. Nicht alle Verfahren seien überall problemlos einsetzbar.

Bewährt: Mauertrennung

Eine bewährte Methode ist demnach die Mauertrennung. Dabei wird die Wand mit Spezialwerkzeug aufgestemmt oder durchsägt. Anschließend wird eine Dichtungsbahn eingelegt und die Fuge sorgfältig vermörtelt. Alternativ habe sich in den letzten Jahren ein Verfahren durchgesetzt, bei dem Edelstahlbleche maschinell in die Wand gerammt werden. Nachteile: hohe Kosten sowie das Risiko, dass die Standfestigkeit der Wände beeinträchtigt werden könne. Die Verbraucherzentrale rät deshalb, unbedingt einen Fachmann zur Beurteilung der statischen Situation zu Rate zu ziehen.

Injektionsverfahren hilft nicht in jedem Fall

Eine weitere Methode zur Trockenlegung von Mauern ist das so genannte Injektionsverfahren. Dabei werden in geringen Abständen Löcher in die Wand gebohrt. Anschließend werden in diese Löcher imprägnierende Mittel eingebracht. Diese Methode kann wirkungsvoll sein, muss es aber nicht. Denn liegt die Durchfeuchtung der Mauer bei mehr als 50 Prozent, so können die wassergefüllten Poren des Mauerwerks keine weiteren Tränkstoffe - also auch nicht die Imprägnierung - mehr aufnehmen.

Umstritten: elektrophysikalische Verfahren

Umstritten sind elektrophysikalische Verfahren. Durch Anlegen eines elektrischen Feldes an der Wand soll der Flüssigkeitstransport in eine andere Richtung erzwungen werden. In der Theorie ist die physikalische Wirksamkeit bewiesen. In der Praxis gebe es jedoch laut Verbraucherzentrale eine Reihe ungelöster Probleme. Die Wirksamkeit solcher Verfahren konnte in der Praxis bisher nicht bewiesen werden. So berichten die Verbraucherschützer von einer Untersuchung, die die österreichische Verbraucherzeitung "Konsument" durchführte: Von drei gestesteten Geräten schaffte es keines, Mauern zu trocknen. Den Angaben zufolge gelang es außerdem dem Bundesforschungsministeriums nicht, Hersteller solcher Geräte dazu zu bewegen, ihre Apparaturen für eine unabhängige Untersuchung zur Verfügung zu stellen.

Aufwändig sind Methoden, bei denen der Keller von außen aufgegraben wird - etwa, um nachträglich eine Drainage zu legen oder um das Mauerwerk von außen abzudichten.

Kaschieren mit Sanierputz

Weitere Methoden machen zwar nicht die Mauer trocken, helfen aber dabei, mit dem Mangel besser zu leben: Bei so genannten Sanierputzen verdunstet die Mauerwerksfeuchtigkeit nicht an der Maueroberfläche, sondern im Putz. Salze kristallisieren in den Poren, so dass es nicht zu Ablagerung an der Oberfläche kommt. Sanierputze verbessern Wände feuchtetechnisch damit nicht, verbergen Schäden aber wesentlich länger als herkömmliche Putze.

Immer sollte vor der Sanierung von einem Fachmann die Ursache für Feuchteschäden festgestellt werden. Je nach Schadensbild sind andere Maßnahmen nötig. Nicht immer ist eine umfassende und teure Sanierung nötig. So können feuchte Wände auch von einer undichten Rohrleitung herrühren, nach deren Abdichtung die Ursache beseitigt ist.

Quelle: www.immowelt.de

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Wohnen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser