Teilen, Samen, Stecklinge

Wie man Pflanzen richtig vermehrt

Saatgut sollte nur von gesunden Pflanzen gesammelt werden. Die Samen der Erbsensorte &#39Blue Pod&#39 sehen zum Beispiel gut aus. Foto: Felix Kästle/dpa/dpa-tmn
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Saatgut sollte nur von gesunden Pflanzen gesammelt werden. Die Samen der Erbsensorte 'Blue Pod' sehen zum Beispiel gut aus. Foto: Felix Kästle/dpa/dpa-tmn
Stecklinge können mit einer Schere beschnitten werden. Foto: Caroline Seidel/dpa-tmn
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Stecklinge können mit einer Schere beschnitten werden. Foto: Caroline Seidel/dpa-tmn
Von vielen Pflanzen lassen sich Stecklinge nehmen. Dafür wird ein fünf bis sieben Zentimeter langer Trieb geschnitten, wie dieser hier von einem Rhododendron. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa-mag
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Von vielen Pflanzen lassen sich Stecklinge nehmen. Dafür wird ein fünf bis sieben Zentimeter langer Trieb geschnitten, wie dieser hier von einem Rhododendron. Foto: Franziska Gabbert/dpa-tmn/dpa-mag
Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung von Pflanzen werden diese mit einem Spaten oder Messer geteilt. So geschieht es beispielsweise beim Frauenmantel. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
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Bei der ungeschlechtlichen Vermehrung von Pflanzen werden diese mit einem Spaten oder Messer geteilt. So geschieht es beispielsweise beim Frauenmantel. Foto: Mascha Brichta/dpa-tmn
Mechtild Ahlers ist Fachberaterin im Freizeitgartenbau der Niedersächsischen Gartenakademie. Foto: Mechtild Ahlers/dpa-tmn
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Mechtild Ahlers ist Fachberaterin im Freizeitgartenbau der Niedersächsischen Gartenakademie. Foto: Mechtild Ahlers/dpa-tmn
Bei der geschlechtlichen Vermehrung von Pflanzen müssen Blüten bestäubt werden, damit sie Samen bilden. Das übernehmen beispielsweise Bienen. Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn
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Bei der geschlechtlichen Vermehrung von Pflanzen müssen Blüten bestäubt werden, damit sie Samen bilden. Das übernehmen beispielsweise Bienen. Foto: Uwe Anspach/dpa/dpa-tmn

Gemüse, Kräuter und Zierpflanzen lassen sich im Garten auf unterschiedliche Weise vermehren. Je nach Form der Vermehrung kann dies eine bestimmte Pflanze erhalten oder die Artenvielfalt fördern.

Dötlingen (dpa/tmn) - Manche Pflanzen möchte man am liebsten jedes Jahr im Garten wissen - weil sie so schön blühen oder eine reiche Ernte bringen. Um Nachschub für Beet und Balkonkasten zu sichern, gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten:

Bei der geschlechtlichen Vermehrung müssen Blüten bestäubt werden, damit sie Samen bilden - sei es durch Insekten oder Wind. Die ungeschlechtliche Vermehrung erfolgt ohne solche Hilfe.

Der Unterschied: "Bei der vegetativen Vermehrung durch Stecklinge oder Teilung entstehen identische Kopien einer Pflanze. Bei einer generativen Vermehrung durch Samen mischen sich die Erbanlagen und es kann Neues entstehen", erklärt Heidi Lorey, im Bereich Pflanzenzüchtung promovierte Gartenbauwissenschaftlerin und Gartenbuchautorin aus Steinhagen.

Saatgut lässt sich laut Lorey am einfachsten von einjährigen Sommerblumen wie Ringelblumen, Tagetes und Kornblumen sowie Hülsenfrüchten wie Bohnen und Erbsen gewinnen. Die Samenstände und Hülsen werden geerntet, wenn sie braun und eingetrocknet sind. Bevor die Samen kühl und trocken in beschrifteten Schraubgläsern oder Papiertütchen aufbewahrt werden, ist es ratsam, sie zu reinigen, also sie aus den Hülsen zu pulen und den Samenständen zu klopfen.

Tomatensamen müssen zunächst aus dem Fruchtfleisch gelöffelt und zwei bis drei Tage lang in einem Glas mit Wasser und etwas Zucker gären, damit sich die gallertartige Hülle um die Samen auflöst. Anschließend werden sie getrocknet und gelagert. "Wer Samen von Kürbisgewächsen wie Zucchini, Gurke oder Kürbis gewinnen will, muss die Blüten isolieren und eine Bestäubung von Hand durchführen, um bei den Fremdbefruchtern Einkreuzung einer anderen Sorte zu vermeiden", so Lorey.

Pflanze vermehren - Wurzelstock teilen

Eine schnelle Methode, um aus einer Pflanze viele zu machen, ist das Teilen des Wurzelstocks. Das eignet sich für die überwiegende Mehrzahl der Gartenstauden, die jedes Jahr neu austreiben und sich nach der Blühsaison im Spätherbst wieder zurückziehen.

"Stauden lassen sich beliebig durch Teilung vermehren, wenn sie sich mit eigenem Wurzelwerk und Seitentrieben willig zu den Seiten gleichmäßig ausbreiten. Bei Pflanzen mit nur einer Austriebsbasis oder einer Pfahlwurzel wie Pfingstrosen, einige Storchschnabelarten, Stockrosen oder Fingerhut klappt es nicht", erklärt Mechtild Ahlers von der Niedersächsischen Gartenakademie.

Teilung im Herbst oder Frühjahr

Der beste Zeitpunkt für die Teilung ist ihrer Ansicht nach im Spätherbst, wenn die Pflanzen verblüht, die Blütenstiele eingetrocknet und die Blätter eingezogen sind. Das zeitige Frühjahr ist hingegen gut geeignet für die Teilung der Stauden, die ab dem Sommer blühen oder sich schnell ausbreiten.

Ob Frühjahr oder Herbst - die Vorgehensweise ist identisch: Robuste Stauden werden ausgegraben und mit einem scharfen Spaten beherzt, aber vorsichtig halbiert, damit Triebe nicht verletzt werden.Ist das Wurzelgeflecht weniger stark oder kompakt, können die Wurzeln auch mit einem scharfen Messer zerschnitten oder auseinandergezogen werden.

Literatur:

Heidi Lorey: Gemüse und Blumen aus eigenem Saatgut. Verlag Eugen Ulmer, 2017. 144 Seiten. ISBN 978-3800158577

© dpa-infocom, dpa:200722-99-886339/4

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