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Gefälschte Immobilien-Inserate: So erkennen Sie Betrüger

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Immer häufiger kommt es zu gefälschten Immobilien-Anzeigen im Netz. Wie können sich Verbraucher dagegen schützen?

Viele suchen heute online nach dem Traumhaus oder der Traumwohnung. Doch unter den Inseraten auf den Immo-Portalen befinden sich auch schwarze Schafe.

Zu günstig, um wahr zu sein? Hinter vielen vermeintlich billigen Immobilienangeboten verbergen sich betrügerische Machenschaften. Kriminelle nutzen die Beliebtheit großer Immobilienseiten schamlos aus, um sich mit Fake-Angeboten zu bereichern. Doch mit ein paar einfachen Tricks erkennen Sie auf einen Blick, ob es sich um ein seriöses Angebot handelt oder um Betrug.

Gefälschte Inserate bei Immobilienseiten: Was sind die Gefahren?

Immobilienportale warnen vor den fiesen Tricks der Betrüger auf ihren Portalen. Dazu zählt beispielsweise der sogenannte "Vorkasse-Betrug": Als Lockmittel dient eine scheinbar günstige Immobilie. Oft wird dann angegeben, dass der Vermieter oder Verkäufer im Ausland lebt und deshalb keine Besichtigung möglich ist. Stattdessen bieten die Betrüger gegen eine Kautionszahlung gleich einen Termin zur Schlüsselübergabe, welche vermutlich niemals stattfinden wird.

Rechtlich haftet der Einsteller für die Richtigkeit seines Inserats. Doch viele Betrüger erfinden immer wieder neue Tricks, um abzukassieren. Auch die Polizei warnt vor immer mehr Fake-Angeboten auf den Portalen.

So gehen Immobilienportale gegen Falsch-Inserate vor

Immer wieder fallen Interessenten auf gefälschte Inserate herein. Da im Grunde jeder ein Angebot einstellen kann, ist es für die Betreiber der Portale nicht leicht, aus der Vielzahl an Inseraten die schwarzen Schafe sofort zu identifizieren. 

Den Betreibern der Portale ist es nicht möglich, jedes einzelne Inserat vor Veröffentlichung genau zu überprüfen. Bei Immobilienscout24 gibt es jedoch technische Maßnahmen, um die Fakes zu erkennen. Unternehmenssprecherin Sonja May erklärt den Hintergrund des Mechanismus: "Die Filter erkennen unseriöse Angebote anhand verschiedener Kriterien, zum Beispiel dass das Preis-Lage-Verhältnis nicht stimmen kann." Im zweiten Schritt kümmern sich Mitarbeiter um das womögliche Fake-Inserat. "Verdächtige Objekte kann unser Team für Qualitätssicherung in der Regel innerhalb kürzester Zeit identifizieren. Diese werden dann zunächst von uns deaktiviert. Sollte sich der Verdachtsfall erhärten, löschen wir das Angebot und sperren das dazugehörige Anbieterkonto."

Auch User melden immer wieder Inserate, die ihnen seltsam erscheinen. Wie merkur.de berichtete, wurde beispielsweise auch ein Inserat mit rassistischem und diskriminierendem Inhalt gelöscht.

May vergleicht das Auffinden und Löschen der Betrugs-Inserate jedoch auch als "Katz- und Mausspiel", da die Betrüger ihre Strategie immer weiter verfeinern und verändern. Kriminelle legen sich dazu einfach ein neues Benutzerkonto mit neuer E-Mail-Adresse an und variieren Beschreibungen und Bilder, um die Sicherheitsmechanismen zu umgehen.

Wo treten Fake-Inserate besonders häufig auf?

Besonders häufig komme es in den Ballungszentren zum falschen Spiel mit Immobilieninseraten. So wurde beispielsweise ein Inserat für eine Münchner Luxus-Wohnung eingestellt - mit einer Kaltmiete von rund 3.000 Euro für 50 Quadratmeter. Wie tz.de berichtete, handelte es sich dabei um einen Fake.

Laut May spielen bei der Häufung an Falsch-Inseraten in Großstädten zwei Faktoren eine große Rolle: "Zum einen ist in Großstädten der Druck auf dem Wohnungsmarkt größer." Dies habe zur Folge, dass das Interesse nach günstigen Wohnungen hier stark ausgeprägt ist und die Suche nach bezahlbarem Wohnraum mehr Zeit in Anspruch nehme. "Zum anderen ist die Reichweite größer, also der Betrüger erreicht in einer Großstadt mehr Interessenten für eine Wohnung als in einer Kleinstadt."

Fiese Masche: So erkennen Sie gefälschte Immobilien-Inserate

Mit ein paar einfachen Tipps können Sie schnell erkennen, ob es sich um ein seriöses Inserat handelt oder nicht. Immobilienscout24 gibt Hinweise, wann Sie am besten die Finger von der Wohnung lassen sollten:

  • Seien Sie vorsichtig, wenn Sie eine Vorauszahlung leisten sollen - beispielsweise als Pfandgebühr für den Schlüssel zur Wohnung. Diese Vorgehensweise ist nicht üblich.
  • Achten Sie auf eine vollständige Objektbeschreibung und eine gute Rechtschreibung des Textes. Weißt dieser Fehler auf, könnte es sich um ein Fake-Inserat handeln.
  • Wenn sich der Ansprechpartner nicht in Deutschland befindet und die Abwicklung über einen Dritten stattfinden soll. Oft ist dann auch kein Besichtigungstermin möglich.
  • Wenn Sie ein komisches Gefühl bei dem Inserat haben, weil beispielsweise keine Telefonnummer angegeben ist.
  • Falls das Objekt zu günstig ist im Verhältnis zu Größe, Ausstattung und Lage.

Hier erfahren sie, auf was Sie beim Aufgeben von Immobilien-Gesuchen wissen müssen.

von Felix Mildner

"Unverbaute Lage" und "gut erhalten": Das bedeuten Immobilien-Codes

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