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Materialknappheit

Anstieg der Baupreise: Wie Ihr Euch davor schützt

Hausbau Baustelle
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Schwere Zeiten für Häuslebauer.

Der Traum vom Eigenheim - für Viele könnte er platzen. Denn Baumaterialien werden immer teurer und noch dazu sind sie knapp. Doch welche Folgen hat das für das eigene Bauprojekt? Und muss man etwaigen Nachzahlungsforderungen der Baufirma nachkommen? Antworten auf diese und andere Fragen bekommt Ihr hier.

Für Bauherren stehen schwere Zeiten an. Es ist bereits bekannt, dass Bauen immer teurer wird und sich durch die Materialknappheit die Bauphasen in die Länge ziehen. Auch klagen Baufirmen über Personalengpässe. Muss man als Bauherr die hinzukommenden Kosten übernehmen oder gibt es Möglichkeiten, die im Bauvertrag festgelegten Preise durchzubringen?

Das Problem der Baufirmen ist, dass sie ihre Angebote nicht mehr verlässlich kalkulieren können, da die Preise des Materials sich ständig ändern. Lieferanten ist es deshalb kaum möglich, feste Preiszusagen zu geben, geschweige denn einzuhalten.

Kommt es zu Verzögerungen des Bauprojekts, können für Bauherren zusätzliche, ungeplante Kosten entstehen, beispielsweise für Einlagerung von Möbeln oder für die vorübergehende Zwischenunterkunft bis zum Einzug ins neue Zuhause.

Doch für Häuslebauer ist das erstmal kein Grund zur Sorge, denn im Bauvertrag ist festgelegt, wer im Falle einer Verzögerung des Baus haftet und für Preiserhöhungen aufkommen muss.

Materialbeschaffungsrisiko liegt nicht beim Bauherren

Die Rohstoffe für das Bauprojekt zu besorgen ist die Aufgabe des Bauunternehmers. Somit trägt dieser auch das sogenannte Materialbeschaffungsrisiko. Voraussetzung dafür ist, dass im Bauvertrag ein Fixpreis festgelegt wurde, was in den meisten Verbraucherbauverträgen der Fall ist. Folglich bedeutet das, dass die Baufirma hinzukommende Kosten tragen muss.

Natürlich kann es passieren, dass der Bauunternehmer an den Bauherren herantritt und Nachzahlungen für gewissen Mehraufwand verlangt. Denn der Materialeinkauf kann für den Unternehmer heutzutage doch teurer werden als bei Vertragsabschluss kalkuliert. „Das ist eine einseitige Vertragsänderung, die unwirksam ist“, so Florian Becker, Geschäftsführer des Bauherren-Schutzbundes in Berlin. „Der Bauherr muss sich nicht darauf einlassen.“

Einen Rechtsstreit zu riskieren würde jedoch nicht im Interesse des Bauherren liegen, denn der möchte ja den Hausbau zeitig zu Ende bringen. Diese Angelegenheit sollte er lieber nach Ende der Bauarbeiten mit dem Bauunternehmer klären.

Festpreisgarantie oft zeitlich begrenzt

Aber Achtung: oft sind Festpreise auf eine bestimmte Zeit begrenzt, das bedeutet, der Bauunternehmer kann die Preise nach Ablauf der vertraglich festgelegten Bauzeit anpassen. Auch wenn es wegen unvorhersehbaren Umständen unzumutbar wäre, an den Preisen im Vertrag festzuhalten, hat die Firma das Recht, Änderungen vorzunehmen.

„Ob das bei extremen Preissteigerungen für Material der Fall ist, muss juristisch geklärt werden.“, so Florian Herbst, Rechtsanwalt der Arbeitsgemeinschaft Bau- und Immobilienrecht des Deutschen Anwaltvereins.

Ihr solltet deshalb als Bauherren darauf achten, dass bei Vertragsabschluss ein konkreter Fertigstellungstermin oder eine exakte Bauzeit vereinbart wird. Außerdem ist es wichtig, einen Stichtag festzulegen, bis zu dem die Bauantragsunterlagen zu übergeben sind, denn oft kann es zu Bauverzögerungen aufgrund der längeren Bearbeitungszeiten bei der Baubehörde kommen.

Heutzutage werden aber oft sogenannte Preisgleitklauseln angewandt. Hier behält sich der Bauträger das Recht vor, die Preise den Umständen entsprechend anzupassen, beispielsweise wenn die Rohstoffe der Lieferanten teurer werden.

Dies liegt natürlich im Interesse des Auftragnehmers, da er sich so vor nicht planbaren Kostenrisiken schützt. Für den Bauherren kann die Preisgleitklausel ein finanzielles Risiko darstellen, weshalb er die Zustimmung zu diesem Vertragsbaustein lieber verwehren sollte.

Sollte es jedoch, trotz vereinbartem Festpreis auf eine bestimmte Laufzeit, zu Bauverzögerungen kommen, muss der Bauunternehmer für die entstehenden Mehrkosten aufkommen. Als Auftraggeber habt Ihr sogar die Möglichkeit, Schadensersatz zu fordern, falls die Firma den Aufpreis von Euch gezahlt bekommen möchte.

Im Sinne des Bauherren und der Fertigstellung des Bauprojekts ist das aber nicht. Hier empfiehlt sich am besten ein persönliches Gespräch beider Parteien.

nz/dpa

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