Richtiger Umbau für das Senioren-Paradies!

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München - Jeder wird mal älter und um sich im Alter auch weiterhin in den eigenen vier Wänden wohlzufühlen, bedarf es einigen Umbauten.

Vier von fünf Eigentümern möchten den Ruhestand in den eigenen vier Wänden erleben. „Wer sein Eigenheim bis ins hohe Alter in vollem Umfang nutzen will, sollte allerdings rechtzeitig die notwendigen Umbaumaßnahmen zur barrierefreien Wohlfühl-Oase planen“, rät Schwäbisch Hall-Experte Sven Haustein. Wie’s geht, verrät die von dem Architekten erstellte Checkliste „Altersgerecht modernisieren“.

1. Schwellenabbau: Türschwellen und ähnliche Stolperfallen beseitigen – oder durch Rampen entschärfen, die auch mit dem Rollstuhl befahrbar sind.

2. Rutschfeste Bodenbeläge (gut geeignet: Korklinoleum oder Kunststoff) statt glatter Fußböden (wie Fliesen oder Laminat). Besondere Gefahrenquellen: auf glattem Untergrund (z.B. Parkett) leicht rutschende Teppichbrücken – weg damit!

3. Barrierefreies Bad: Eine ebenerdige Dusche erleichtert die Körperpflege im Alter. Ein Duschsitz sorgt für zusätzlichen Komfort. Für die Badewanne gibt es zwei Alternativen für eine Einstiegshilfe: eine Tür mit möglichst niedriger Schwelle oder einen speziellen Wannenlift.

4. Haltegriffe und rutschfeste Oberflächen in Dusche, Badewanne und WC bieten zusätzliche Sicherheit.

5. Benutzerfreundliche Sanitäreinrichtungen: Ideal sind höhenregulierbare, unterfahrbare Waschtische mit schwenkbaren Armaturen oder ausziehbarer Schlauchbrause.

6. Problemlose Türöffnung: Im Notfall, etwa ei- nem Sturz in Dusche oder Toilette, kann die Richtung der Türöffnung entscheidend sein. Türen im Sanitärbereich sollten sich daher immer nach außen öffnen lassen.

7. Unterfahrbare Arbeitsflächen und Waschbecken erleichtern auf den Rollstuhl angewiesenen Bewohnern alltägliche Aufgaben in der Küche.

8. Rollstuhlgerechte Türen sind etwa einen Meter breit. Zum problemlosen Rangieren benötigen Rollstuhlfahrer mindestens 1,50 Meter breite Zimmer und Flure.

9. Bedienungsfreundliche Elektrik: Steckdosen sind ohne Bücken erreichbar; die Beleuchtung ist so ausgelegt, dass sie nachlassende Sehkraft ausgleicht und hilft, sich besser zu orientieren (z.B. bei Demenz).

10. Treppenlifte sorgen für Mobilität im mehrstöckigen Eigenheim, wenn das Treppensteigen zu beschwerlich oder unmöglich geworden ist.

Welche der Maßnahmen nötig sind, ist natürlich vom Einzelfall abhängig. Sowohl der Zustand der Wohnung als auch das individuelle Handicap der Bewohner sind zu beachten – einschließlich zukünftiger Verschlechterungen. Wer alle Maßnahmen auf einmal verwirklicht, muss laut Haustein im Durchschnitt mit Kosten von etwa 15.000 Euro rechnen. „Bei der staatlichen Förderbank KfW gibt es für den altersgerechten Umbau der eigenen vier Wände zinsverbilligte Darlehen“, rät der Architekt Modernisierungswilligen und empfiehlt: „Da sich die vielfältigen Förderprogramme der KfW erfahrungsgemäß häufig ändern, sollte man sich rechtzeitig auf www.kfw.de informieren. Ganz wichtig: KfW-Förde- rung gibt es grundsätzlich nur, wenn sie vor Beginn der Baumaßnahmen beantragt wird.“

Extra-Tipp Haustein: „Wer eine als Alterswohnsitz geeignete Immobilie erwerben will, muss aufpassen. „Seniorengerecht“ bedeutet nämlich nicht unbedingt „barrierefrei“. Das Oberlandesgericht Koblenz hat gerade entschieden, dass dem Käufer eines als „seniorengerecht“ angebotenen Hauses kein Scha- denersatz zusteht, wenn etwa der Balkon nur über Stufen erreichbar ist.“

Pressemitteilung NBB Kommunikation GmbH

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