Heute schon die Energiestandards von morgen

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Kinder mit Spielzeughaus

Landkreis - Im November gibt es wieder die Passivhaustage in Rosenheim und Traunstein. Experten und Bewohner informieren über sinnvolles Bauen und Sanieren in Zeiten der Energiekrise.

Jeder spricht von Energiekrise, energieeffizientem Bauen und Energieeinsparung – doch noch immer werden nur ein geringer Teil der Neubauten nach Passivhausstandard gebaut und noch weniger Altbauten nach diesen Standards saniert. Europaweit sind bis Mitte 2012 zwar über 40.000 Wohnein­heiten im Passivhaus­Standard errichtet worden, die meisten in Deutschland und Österreich, doch Passivhausstandard müsste Baustandard werden, meint nicht nur Franz Freundorfer, Vorsitzender des Passivhauskreises Rosenheim Traunstein und Mitveranstalter der Passivhaustage in der Region. Vorurteile wie „hohe Baukosten“, „fehlender Wohnkomfort“, „unschöne Optik“ sind häufig Kriterien, die Bauherren und auch Architekten vor dem Bau eines Passivhauses zurückschrecken lassen.

Das diese Vorurteile völlig unberechtigt sind, damit wollen die 9. internationalen Passivhaustage am 10. und 11. November endgültig aufräumen. Neben Informationsveranstaltungen an der Rosenheimer Hochschule und in Traunstein im Pfarrsaal Hl. Kreuz werden in beiden Landkreisen 23 Passivhäuser ihre Türen öffnen. Ihre Bewohner werden den Besuchern zeigen und berichten wie schön, behaglich und kostengünstig das Leben in einem Passivhaus ist.

Schirmherr der Veranstaltungen ist Landrat Josef Neiderhell, der die Aktivitäten des Passivhauskreises Rosenheim Traunstein seit Jahren aufmerksam verfolgt. „Dies geschieht im Wissen, das 40 Prozent der insgesamt in Deutschland und Bayern eingesetzten Energie allein für die Raumheizung und Warmwasser­versorgung aufgewendet werden. Dem Bau von Passivhäusern sowie der Altbausanierung mit Passivhaus – Komponenten kommt deshalb vor dem Hintergrund der notwendigen Energie­wende eine besondere Bedeutung zu“.

Was ist ein Passivhaus?

„Ein Passivhaus ist ein Haus, das kaum beheizt werden muss!“, so Freundorfer, der gemeinsam mit seinen Vereinskollegen seit Jahren in ganz Europa unterwegs ist, um Bürger, Bauherren und Architekten über die Vorzüge und Bedeutung von Passivhäusern für die Energiewende zu informieren. Passivhäuser unterscheiden sich auf den ersten Blick nicht von anderen Häusern. Allerdings bietet ein Passivhaus dank Dämmung und integrierter Lüftungskomponenten erhöhten Wohnkomfort und optimales Raumklima bei geringstem Heizwärmebedarf. Im Vergleich zu einem durchschnittlichen Wohngebäude benötigt ein Pas­sivhaus nur ein Zehntel der Heizenergie, nämlich 15 kWh/m² a oder umgerechnet ca. 1,5 Liter Öl pro Quadratmeter im Jahr. Bei fachgerecht ausgeführter Sanierung können bis zu 90 Prozent des Heizenergiebedarfs eingespart werden. „Das spart bares Geld, solange das Haus steht. Für mein Passivhaus mit 175 m² Wohnfläche benötige ich das ganze Jahr über maximal 2 Ster Holz für die Heizung“, betont Freundorfer. Hinzu kommen hohe Fördermöglichkeiten durch KfW­Förderung.

Wie leicht man zudem vom Passivhaus zu einem Plusenergiehaus gelangen kann, erfahren interessierte Bürger bei den diesjährigen Vorträgen in der Rosenheimer Hochschule. Weitere Themen sind "Fenstereinbau – Fenstertausch“, "Neues zur Komfortlüftung", oder "Architektur und Passivhaus". In der begleitenden Ausstellung im Foyer der Hochschule haben die Besucher die Möglichkeit, sich von Energie­ und Passivhausexperten kompetent beraten zu lassen. Ganz besonders interessant: Unter dem Motto "Stunde der Wahrheit" stehen in einem Wohnraumbereich Passivhausbewohner den Gästen Rede und Antwort.

Weitere Informationen zu den Passivhaustagen, den Besichtigungsmöglichkeiten der „offenen Passivhäuser“ und den Vorträgen unterwww.passivhauskreis.de

Pressemitteilung des Passivhauskreises Rosenheim/Traunstein

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