Private Vermieter dürfen nicht zum Hausumbau gezwungen werden

Brüssel - Das Vorhaben der Europäischen Kommission, die EU-Antidiskriminierungsrichtlinie zu verschärfen und somit sämtliche Vermieter zum Hausumbau zu verpflichten, ist vom Vorsitzenden der CSU-Europagruppe im Europäischen Parlament, Markus Ferber, deutlich kritisiert worden.

„Es ist absolut nicht tragbar, dass alle Hauseigentümer in Europa ihre Wohnräume behindertengerecht umbauen müssen, ohne dass überhaupt konkrete Anfragen von Menschen mit Beeinträchtigungen vorliegen. Ein umfassender Schutz vor Diskriminierung ist ein wichtiger Bestandteil europäischer Politik, doch mit diesen Plänen schießt die Kommission weit über das Ziel hinaus.“

Der aktuelle Entwurf der Gleichbehandlungsrichtlinie sieht vor, dass zukünftig alle privaten Vermieter in ihren Wohngebäuden für einen barrierefreien Zugang zu sorgen haben. „Der Umbau von Millionen Wohnungen in Europa würde zu einer ernormen Kostenbelastung für die Wohnungseigentümer führen. Diese Belastungen sind absolut unverhältnismäßig und nicht zumutbar, “ sagte Ferber. Um private Vermieter vor möglichen finanziellen Problemen zu schützen, forderte Ferber eine dringende Änderung der Richtlinie: „Private Vermieter dürfen nicht von der Richtlinie betroffen sein.“ Bisher war in diesem Zusammenhang vorgesehen, dass lediglich der Staat in seinen Gebäuden einen behindertengerechten Zugang sicherzustellen hat. Unter der schwedischen Ratspräsidentschaft wurde Ende des vergangenen Jahres die Verschärfung der Anti-Diskriminierungsrichtlinie angeregt.

Pressemitteilung Markus Ferber (EVP/CSU)

Rubriklistenbild: © pa

Zurück zur Übersicht: Wohnen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser