Bestellerprinzip beim Immobilienverkauf?

Rosenheimer Makler-Urgestein Thalmeier Sen. stinksauer: "Immobilienpreise werden steigen"

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Rosenheim - Wer zahlt den Makler beim Immobilienverkauf? Wenn es nach Bundesjustizministerin Barley geht, zukünftig der Verkäufer. Die Stimmen aus der Immobilienbranche sind kritisch, Gottfried Thalmeier Sen., seit Anfang der 80er Jahre im Immobiliengeschäft im Raum Rosenheim tätig, ist stinksauer.

Mit seinen mehr als 30 Jahren Erfahrung hat er sich im Raum Rosenheim einen Namen in der Immobilienbranche gemacht: Gottfried Thalmeier Senior

Künftig soll beim Verkauf von Häusern und Wohnungen gelten: wer den Makler bestellt, der bezahlt ihn auch. So will es die SPD schon lange, nach einem Entwurf von Bundesjustizministerin Barley soll das Bestellerprinzip beim Immobilienverkauf nun möglichst rasch eingeführt werden. Herr Thailmeier Sen. ist seit über 30 Jahren Makler im Raum Rosenheim, er ist sich sicher, woher die Eile kommt: "Frau Barley wird demnächst die Regierung in Berlin verlassen und für die SPD bei der Europawahl für das mit fürstlichen Diäten ausgestattete Abgeordnetenhaus kandidieren. Sie möchte anscheinend noch eine weitere Duftmarke als Ministerin hinterlassen."

Immobilienpreise werden steigen - und der Staat verdient mit

Für Vermietungen gilt das Bestellerprinzip schon seit 2015. Mit der Neuregelung sollen nach den Wohnungssuchenden, nun auch Käufer entlastet werden. "Der noble Gedanke, dass Barley z.B. junge Familien vor den Maklergebühren 'bewahren' will, ist ja auf den ersten Blick durchaus ehrenwert, geht aber in die falsche Richtung. Dies beweist das Bestellerprinzip bei der Wohnungsvermietung, die Mieten steigen!" Kommt das Bestellerprinzip auch für den Immobilienverkauf, befürchtet Thalmeier Sen. steigende Immobilienpreise, so wie bei den Mieten. "Dass die Verkäufer, die dann von ihnen allein zu tragenden Vermittlungskosten auf den Kaufpreis aufzuschlagen versuchen, dürfte klar sein. Die Kaufpreise werden höher, die Notarkosten auch und der Staat profitiert von höheren Einnahmen bei der Grunderwerbsteuer."

Immobilienverband Deutschland (IVD) erteilt Barley klare Absage

Der Rosenheimer Makler ist nicht alleine mit seiner eindeutigen Positionierung gegen das Bestellerprinzip. Unter dem Claim "Maklerprovision fair teilen" bezieht der Immobilienverband Deutschland (IVD) auf Facebook Stellung gegen den Entwurf Barleys, seitens der Makler gibt es eine klare Absage. Nicht nur die zu erwartende Preissteigerung für Immobilien ist ein Kritikpunkt des IVD. Auch der Verbraucherschutz steht im Fokus. Hierzu heißt es auf Facebook: "Wenn die Politik die Makler zwingt, nur noch für den Verkäufer tätig zu sein, dann bleibt der Käufer schutzlos. Als einseitiger Interessensvertreter muss der Immobilienmakler nur die Belange des Verkäufers im Blick haben. Bei einer seiner größten Investitionsentscheidungen im Leben erhält der Käufer keine Beratung mehr. Das kann nicht im Sinne des Verbraucherschutzes sein." Kurzum: Wer den Makler bestellt, der bezahlt - und wer bezahlt, schafft an. Ein Immobilienkäufer, der den Makler nicht mehr bezahlt, kann auch keine Beratungsleistung oder Unterstützung bei der Preisverhandlung erwarten.

Unter dem Titel "Bestellerprinzip verhindern - Verbraucher schützen" hat der IVD eine Petition gestartet, über 7.000 Stimmen wurden schon gesammelt.

Neue Wohnungen wird das Bestellerprinzip nicht schaffen

Für Thalmeier Sen. ist klar, es müssen effektivere Maßnahmen als eine staatliche Bevormundung getroffen werden, um Familien beim Eigentumserwerb zu unterstützen. "Gerade die SPD fordert immer Gerechtigkeit und stellt sich gerne als Hüter der sogenannten kleinen Leute dar. Bezahlbare Wohnungen müssen vom Staat gefördert werden, wenn er sie schon selbst nicht baut. Nur so kann man die äußerst prekäre Lage auf dem Wohnungsmarkt zumindest lindern. Wir als Makler leisten alleine durch die schwierige und sehr schwer zu erklärende Situation tagtäglich Sozialarbeit und versuchen, auch aus menschlichen Gründen, diese Situation zu meistern. Wir können dem überwiegenden Teil der Suchenden auf dem Mietwohnungsmarkt wenig Hoffnung auf eine adäquate und bezahlbare Wohnung machen."

Kontakt thalmeier Dienste Immobilien

thalmeier Dienste
Immobilien GmbH & Co. KG

Samerstraße 27
83022 Rosenheim

Tel: 08031 7477
Fax: 08031 72 8 71

E-Mail: info@thalmeier.de
Homepage:www.thalmeier.de

Das Team von thalmeier Dienste Immobilien. Von links nach rechts: Peter Thalmeier, Geschäftsführer, Anita Sewald, Maklerin, Jenny Poremba, Assistenz, Gottfired Thalmeier Sen.

fn

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