Wohnungsangst in Deutschland

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München - Durch die stetig steigenden Wohnungspreise in Städten haben viele Deutsche die Befürchtung, dass sie zukünftig keine bezahlbaren Wohnungen mehr finden.

Acht von zehn Deutschen (81%) befürchten, dass es in Großstädten bald nicht mehr genügend bezahlbare Wohnungen geben wird. Das sind fünf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Fast jeder Bundesbürger (94%) hat Angst, dass die Schere zwischen Arm und Reich weiter auseinander gehen wird. Beinahe alle Deutschen (98%) sind überzeugt, dass Sozialwohnungen auch in Zukunft benötigt werden. Das geht aus dem Mietwohn-Index 2011 des Verbandes bayerischer Wohnungsunternehmen (VdW Bayern) hervor.

 Besonders Ältere und Familien sind laut Meinung der Befragten die Leidtragenden dieser Entwicklung: 80 Prozent sagen, dass es in Zu- kunft für Familien mit Kindern in der Stadt nicht genügend bezahlbare und auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Wohnungen geben wird. Drei- viertel aller Bundesbürger (76%) befürchten, dass es nicht genügend bezahlbare, altersgerechte Wohnungen mit unterstützendem Service- angebot geben wird. „Der Bevölkerung ist die große gesellschaftliche Bedeutung des sozialen Wohnungsbaus bewusst, hier besteht quer durch alle Einkommensschichten Übereinstimmung“, kommentiert Ver- bandsdirektor Xaver Kroner die Ergebnisse. Dies sei vor allem daran zu erkennen, dass die Ergebnisse des Mietwohn-Index seit Jahren stabil sind.

Integration von Migranten besonders in Großstädten immer wichtiger

Dreiviertel der Befragten (74%) sind überzeugt, dass soziale Angebote zur Integration in Wohngebieten mit höherer Migrantenquote immer wichtiger werden. In Großstädten über 1 Million Einwohner sind sogar 83 Prozent dieser Ansicht. „Die Lage am Wohnungsmarkt wird auch in Zukunft angespannt blei- ben“, fasst Kroner das Meinungsbild der Umfrage zusammen. „Dies zeigt sich besonders in den großen Städten, wo die Mietpreise steigen und wohin immer mehr Menschen ziehen.“ Verschärft werde das Prob- lem durch den historischen Tiefstand des Wohnungsbaus und dadurch, dass mehr Wohnungen aus der Sozialbindung fielen als neu hinzukä- men. „Für einkommensschwache Haushalte wird die Luft in Großstäd- ten dünn“, so der Verbandschef. Der Mietwohn-Index wurde von der GfK Marktforschung im Auftrag des VdW Bayern im März 2011 zum sechsten Mal durchgeführt. Das Markt- forschungsinstitut interviewte rund 1.000 Männer und Frauen ab 14 Jahren aus ganz Deutschland.

Pressemitteilung Verband bayerischer Wohnungsunternehmen

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