Bombenentschärfung

Schaden durch Blindgänger am Haus: Zahlt die Versicherung?

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Bei der Entschärfung von Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg können Schäden am Haus entstehen. Die Versicherung ist dann nicht verpflichtet, zu zahlen. Foto: Holger Hollemann/dpa/Archiv

Wie tickende Zeitbomben liegen sie im Untergrund - in Flüssen, unter Autobahnen, in Wohngebieten. Nun wurden in Hannover 13 Blindgänger entdeckt. Tausende Menschen müssen während der Entschärfung aus ihren Häusern. Doch wer zahlt, wenn das Haus dabei zu Schaden kommt?

Berlin (dpa/tmn) - Wer nach dem Fund einer Weltkriegsbombe seine Wohnung oder sein Haus verlassen muss, hofft, dass die Zeit der Räumung schnell vorbei ist und niemandem etwas passiert.

Doch wenn der Blindgänger kontrolliert gesprengt werden muss oder gar unabsichtlich explodiert, kann das Zuhause durch die Detonation Schaden nehmen. Zahlt dann die Gebäude- oder Hausratversicherung?

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) weist darauf hin, dass in seinen unverbindlichen Musterbedingungen für Versicherer Schäden, die auf Kriegsereignissen basieren, grundsätzlich nicht versichert sind. Das nennt sich Kriegsauschlussklausel. Allerdings seien Versicherungsunternehmen frei in ihrer Vertragsgestaltung und müssten die Kriegsauschlussklausel nicht übernehmen. Dem GDV zufolge gibt es Versicherer, deren Verträge keine Kriegsausschlussklausel enthalten.

Verbraucher sollten deshalb überprüfen, ob ihre Gebäude- und Hausratsversicherung eine derartige Klausel enthält. In jedem Fall sollten sie bei Schäden an Haus und Inventar durch eine Sprengung umgehend ihre Versicherung informieren, um eventuelle Ansprüche zu klären.

Bombenentschärfung in Hannover

Bei der bislang zweitgrößten Bombenentschärfung bundesweit müssen am Sonntag (7. Mai) in Hannover 50 000 Menschen ihre Häuser verlassen. Nötig wird die Evakuierungsaktion, nachdem bei der Sondierung eines Baugrundstücks im Stadtteil Vahrenwald Verdachtspunkte auf 13 Blindgänger entdeckt wurden. "Das ist in Hannover die größte Maßnahme seit dem Zweiten Weltkrieg", sagte Feuerwehrsprecher Michael Hintz. Nicht nur aus Stadt und Region sondern aus einem größerem Umkreis kommen Helfer in die niedersächsische Landeshauptstadt. Große Entschärfungen sind dort keine Seltenheit. Vor zwei Jahren waren 31 000 Menschen betroffen, als bei Abrissarbeiten auf einem ehemaligen Schulgelände ein Blindgänger entdeckt wurde. 2013 musste Hals über Kopf die komplette Innenstadt einschließlich Rotlichtviertel geräumt werden.

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