Körperfettmessung ist problematisch

Den Körper vermessen: Smarte Waagen im Praxistest

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Waagen haben heutzutage einiges mehr zu bieten, als nur die Gewichtsmessung.

Einfach nur wiegen war gestern, heute sind auch Personenwaagen smart. Sie zeichnen nicht nur das Gewicht in einer Smartphone-App auf, sondern können auch den Körperfettanteil und viele andere Gesundheitsdaten messen. Aber wie gut funktioniert das?

Bei Gesundheitsdaten wie dem Gewicht macht es Sinn, sie über einen längeren Zeitraum zu beobachten, denn oft werden Veränderungen erst im Zeitverlauf deutlich sichtbar. Eine smarte Waage verbindet sich nach jeder Messung automatisch mit dem Smartphone und zeichnet alle gewünschten Daten übersichtlich in einer App auf.

Waagen, die zusätzlich zum Gewicht auch Werte zur Körperzusammensetzung wie Körperfett- und Wasseranteil sowie Muskel- und Knochenmasse messen, nutzen die sogenannte bioelektrische Impedanzanalyse (BIA) zur Ermittlung dieser Werte. Dabei wird ein schwacher Strom durch den Körper geleitet. Weil die unterschiedlichen Gewebearten verschiedene elektrische Widerstände haben, können aus dem gemessenen Widerstand eine Reihe von Daten abgeleitet werden.

Errechnet werden die Anteile von Körperfett, Wasser, Muskel- und Knochenmasse anhand statistischer Daten. Dafür müssen zuvor persönliche Daten wie Alter, Größe und der Grad sportlicher Aktivität eingegeben werden. Es handelt sich dabei also immer eher um eine Schätzung als um eine exakte Bestimmung der einzelnen Werte.

Die meisten BIA-Waagen haben zudem einen weiteren Nachteil: Die Elektroden für die Messung befinden sich in der Fußfläche, was bedeutet, dass der Strom nicht durch den ganzen Körper geleitet wird, sondern lediglich bis zur Hüfte. Alles darüber, also Bauch, Brust und Arme, werden überhaupt nicht in die Messung mit einbezogen. Zudem kann die Messung durch Feuchtigkeit an den Füßen ebenso verfälscht werden wie etwa durch eine volle Blase.

Unterm Strich sind die von smarten Waagen gemessenen Werte zur Körpergewebezusammensetzung daher wenig aussagekräftig. Genauere Werte zum Körperfett erhält man zum Beispiel durch Messungen mit der sogenannten Caliper-Zange. Dabei wird die Dicke des Fettgewebes an verschiedenen Stellen des Körpers gemessen.

Sinnvoll können smarte Waagen trotzdem sein. Denn allein die Möglichkeit, den Gewichtsverlauf über einen längeren Zeitraum aufzuzeichnen, ist schon viel Wert. Und wenn es weniger auf eine exakte Bestimmung des Körperfettanteils ankommt, sondern man einfach nur den Verlauf der Werte über einen längeren Zeitraum beobachten will, dann bieten Körperfettwaagen zumindest einen Anhaltspunkt.

Smarte Waagen im Test

Das Testportal AllesBeste hatte insgesamt 25 smarte Waage im Test. Dabei kam es nicht nur darauf an, dass die Waagen möglichst exakt das Körpergewicht bestimmen konnten, sondern vor allem auch auf die Handhabung der App und wie einfach die Verbindung zwischen Waage und Smartphone funktioniert.

Testsieger wurde die InnoBeta FitFy. Sie hat nicht nur sehr genau das Gewicht gemessen, sondern überzeugte auch mit einer sehr guten App. Die Verbindung mit dem Smartphone klappte sowohl bei Android-Geräten als auch mit iOS problemlos.

Wenn Sie eine Waage ohne viel Schnickschnack möchten, dann ist die Nokia Body eine gute Alternative. Sie misst „nur“ das Gewicht, zeigt in der App BMI und Wetterbericht an und hat einen Schrittzähler mit an Bord. Sonstige Werte zur Körperzusammensetzung gibt es nicht. Die Health Mate-App ist stylisch und übersichtlich, genauso wie die Waage selbst.

Mehr Informationen lesen Sie im ausführlichen Smarte-Personenwaagen-Test von AllesBeste.

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