Vorteile im Bestand

  • schließen
  • Weitere
    schließen
+

Wer eine bestehende Immobilie erwirbt, kann mit allen Sinnen fühlen, was er kauft. Bei kritischen Baujahren ist ein Gutachten zur Bausubstanz angebracht.

Der größte Vorteil einer gebrauchten Immobilie liegt klar auf der Hand: hier kann alles, was für das künftige Wohnglück erworben werden soll, direkt mit allen Sinnen unter die Lupe genommen werden.

Man braucht keinen bunten Prospekt und keine komplizierten Pläne, damit man sich die Wohnzukunft vorstellen kann. Alles ist schon da. Auch die Nachbarschaft: das Einkaufscenter, die Verkehrsanbindung, die schicken Restaurants im eingewachsenen Viertel und die Schulen für die Kinder. Wer jetzt noch einen Gutachter zur zweiten oder dritten Besichtigung mitnimmt und sich Sicherheit über die Bausubstanz verschafft, hat alles richtig gemacht.

Zum in der Regel günstigeren Preis gegenüber einem Neubau kommt für viele als wichtiger Faktor die Lage in einer gewachsenen Nachbarschaft mit guter Infrastruktur und Zentrumsnähe.

Dem Mangel auf der Spur

Fünf Jahre nach der Fertigstellung ihres Eigenheims haben Immobilieneigentümer einen wichtigen Termin – und vergessen ihn in den meisten Fällen. „Eigentümer sollten rechtzeitig vor diesem Termin mit einem Fachmann eine sogenannte Schlussbegehung machen“, rät Rechtsexperte Christoph Flechtner (Schwäbisch Hall): „Diese abschließende Prüfung des Bauzustands durch einen Bausachverständigen ist deshalb so wichtig, weil nach fünf Jahren die Gewährleistungsfrist endet.
Für Baumängel, die erst nach Ablauf dieser Frist entdeckt werden, kann der Eigentümer keine Gewährleistungsansprüche gegenüber Architekt oder Bauunternehmen mehr geltend machen.“

Die Schlussbegehung sei mindestens so wichtig wie die Bauabnahme unmittelbar vor dem Einzug, so Flechtner: „Einem Neubau sieht man oft nicht an, wenn gepfuscht wurde. Baumängel treten tückischerweise meist erst nach einigen Jahren – zumindest für den Experten – sichtbar zu Tage.“
Entdeckt der Bausachverständige bei der Schlussbegehung Sachmängel, die zweifelsfrei auf fehlerhafte Arbeit zurückgehen, kann der Eigentümer den dafür Verantwortlichen zur Mängelbeseitigung oder gegebenenfalls Schadensersatz auffordern. Wichtig für den Hausbesitzer: Solange er mit dem Bauunternehmer über mögliche Mängelansprüche verhandelt, ist die Verjährungsfrist gehemmt. Pech hat der Eigentümer nur, wenn die Baufirma gar nicht mehr am Markt ist – dann bleibt er in der Regel auf seinem Schaden sitzen.

Beim Erwerb einer Bestandsimmobilie kann zwar keine Gewährleistung bei eventuellen Mängeln geltend gemacht
werden, denn hier wird die Immobilie erworben „wie sie steht und liegt“. Dennoch ist es wichtig zu wissen, was da eigentlich steht. Gutachter benennen nicht nur einen etwaigen Sanierungsbedarf und kalkulieren die Kosten dafür, sie geben auch Auskunft über den energetischen Zustand und daraus resultierende laufende Energiekosten. Berücksichtigt man die sechsstelligen Erwerbskosten, sind die Kosten für ein Gutachten nebensächlich. Öffentlich bestellte und vereidigte, zertifizierte Experten für eine Schlussbegehung findet man beim Bund der Bausachverständigen (www.bbausv.de) sowie bei den Industrie- und Handelskammern.

Zurück zur Übersicht: Wohnen

  • schließen
  • Weitere
    schließen

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Live: Top-Artikel unserer Leser