Vinyl-Trend

Weil's einfach besser klingt: Die Schallplatte ist zurück

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Schallplatten erleben zur Zeit ihr Comeback.

Lange Zeit galt sie als aussterbendes Medium: Die Schallplatte. In den vergangenen Jahren erlebte sie einen Aufwärtstrend. Was steckt hinter dem Phänomen Vinyl?

Sie ist immer noch da, allen Unkenrufen zum Trotz. Die Erfindung der CD, des mp3-Formats und der Streaming-Plattformen konnten ihr nichts anhaben. Für Musikliebhaber ist klar: Es gibt keine Alternative zur guten, alten Schallplatte. Wenn die Nadel des Plattenspielers langsam herabsinkt und sich in mit einem sanften Knistern in die feinen Rillen gräbt, erleben Schallplatten-Liebhaber ihren Glücksmoment.

Tatsächlich springen in den letzten Jahren immer mehr Musikhörer auf den Retro-Trend auf. (Partnerlink)

Innerhalb der ersten neun Monate 2016 wurden so viele Schallplatten verkauft wie im gesamten Jahr 2015, wie der Bundesverband Musikindustrie (BVMI) und das GfK Entertainment mitteilten. 

Das Comeback der Schallplatte

Nach katastrophalen Einbrüchen in den 90ern erlebt die Schallplatte seit 2007 in vielen Ländern einen Aufwärtstrend - auch in Deutschland. "Dabei spielt zunehmend auch der Entschleunigungsaspekt eine Rolle", meint BVMI-Geschäftsführer Florian Drücke. Die wachsende Nachfrage nach Vinyl ergänze sich sehr gut mit den digitalen Nutzungsformen wie der CD, aber auch digitalen Formaten. Es gehe nicht mehr um den alten Konflikt zwischen "analog" und "digital". Vielmehr existieren die verschiedenen Tonträger heute nebeneinander.

Es handle sich bei den schwarzen Scheiben zwar nach wie vor um eine Nische mit 4,3 Prozent am Branchenumsatz, angesichts der steigenden Beliebtheit jedoch schon lange nicht mehr um eine "reine und kleine Liebhaberecke". Laut Drücke sei ein wesentlicher Grund für den Vinyl-Trend, dass die "zunehmende Digitalisierung unserer Welt bei vielen den Wunsch nach analogen Ankerpunkten hervorruft." 

Für viele ist die Schallplatte einfach ein besonderes Medium, dessen Qualitäten sich nicht durch moderne Tonträger ersetzen lassen. Dabei nehmen Vinyl-Fans auch Unannehmlichkeiten in Kauf: Schallplatten sind eher unhandlich, relativ teuer und nehmen Platz weg. Doch das scheint Liebhaber nicht zu stören.

Vinyl: Mehr als nur ein Hörerlebnis

Schallplattenhörer schwärmen vom vollen und warmen Klang. Doch vielen geht es dabei gar nicht nur ums Hören. Das haptische Erlebnis spielt eine wichtige Rolle, auch wenn sich das Material nach einiger Zeit abnutzt oder die Platte einen Kratzer bekommt. Im Gegensatz zu CDs oder auch mp3s ist Vinyl nicht so robust, aber das macht nichts. Ein schickes und großflächiges Cover, im besten Fall zum Aufklappen, ergänzt das Phänomen Vinyl noch um den visuellen Sinneseindruck.

Seit Oktober 2015 gibt es sogar die Offiziellen Deutschen Vinyl-Charts, um der positiven Entwicklung am Schallplattenmarkt Rechnung zu tragen. Diese werden vom Marktforschungsunternehmen Gfk Entertainment ermittelt. Geschäftsführer Dr. Mathias Giloth erklärt die Entwicklung: "Nun zeigt sich immer deutlicher, dass die neu entfachte Begeisterung für das 'Schwarze Gold' nicht nur kurzfristiger Retro-Trend ist, sondern im Gegenteil immer mehr Musikfans und Genres erfasst."

Unter den erfolgreichsten Vinyls 2016 befinden sich übrigens auch drei deutsche Produktionen: "Alles nix Konkretes" von AnnenMayKantereit, "Advanced Chemistry" von den Beginnern und "Stärker als die Zeit" von Udo Lindenberg. Ein weiterer Verkaufsschlager des vergangenen Jahres war das neue Album von David Bowie, der im Januar 2016 gestorben ist - zwei Tage nach der Veröffentlichung von "Blackstar". "Ein schöne Verneigung vor einem der größten Musiker aller Zeiten," meint Giloth.

Von Felix Mildner

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